Berichte und Informationen

Vielseitige Themen werden in der Landessynode bearbeitet, die für die Landeskirche mit den Kirchenbezirken und Kirchengemeinden Auswikungen haben.

Ein großes Anliegen der Landessynodalen Anita Gröh und Werner Stepanek ist es, über die inhaltliche Arbeit in der Landessynode zu berichten.

Berichte, die von Werner Stepanek und Anita Gröh gegeben wurden, sind hier nachzulesen.

 

Gerne sind Anita Gröh und Werner Stepanek auch bereit, in die Kirchengemeinden zu kommen und zu berichten, ob in Gemeindekreis, Kirchengemeinderäte, Gemeindeabende o. a.

Rufen Sie an.

Anita Gröh (07331) 30 16 47

Werner Stepanek (07161) 24 118 

 

 

Notizen von der Herbsttagung 2014 der Landessynode

24. bis 27. November 2014

Bedrängend zog sich durch die Synodaltagung die weltweite Gewalt, die Not der geschätzt 50 Millionen Flüchtlinge auf der ganzen Erde und die Situation der Flüchtlinge bei uns. Vieles, was wir gehört haben, hat alle Synodalen sehr erschüttert. Daher werden wir zunächst die Tagesordnungspunkte darstellen, die sich direkt damit befassen:

 

Situation von Flüchtlingen – Podium mit Betroffenen
Adnan Al-Barawi (Name geändert), Flüchtling aus Syrien, berichtete über den Beginn der syrischen Revolution und die zunehmende Gewalt zunächst von Seiten des Staates, dann auch der Revolutionäre. Zusammen mit seiner Familie floh er zunächst nach Istanbul, von dort weiter nach Bulgarien und nach Deutschland. Er lebt derzeit im evangelischen Pfarrhaus in Eschenbach (Dek. Göppingen).
Habip Önder, syrisch-orthodoxer Priester in Göppingen, betont, seine Gemeinde setze sich für syrische Flüchtlinge ein, unabhängig ob es Christen oder Muslime seien. Weiterhin unterstütze seine Kirche die Christen in Syrien und im Nordirak. Er drückt seine Hoffnung aus, dass Mossul (Nordirak) wieder befreit werde, dem gelten seine Gebete. Als sichere Orte für Flüchtlinge im Nahen Osten benennt er den Tur Abdin (Südosten der Türkei), hier sei die christliche Gemeinde auch durch das Engagement der Landeskirche gestärkt worden.
Annette Walter, Flüchtlingsdiakonin aus Heilbronn, arbeitet auf einer der neuen Stellen, die die Landessynode beschlossen hat, ihr Kollege Dietmar Oppermann arbeitet in Ulm. Ziel ist, die Willkommenskultur in Kirchengemeinden und Kirchenbezirken schaffen bzw. zu stärken, ehrenamtlichen Flüchtlingsgruppen zu begleiten. Themen sind oft praktische Fragen, aber auch die mit der interkulturellen Begegnung verbundenen Ängste.
Pfarrerin Karin Lindner aus Eschenbach berichtet über das dortige Pfarrhaus, in dem zwei syrische Familien wohnen. Ein breites Bündnis zwischen Kommune und Kirchengemeinde stützt die Akzeptanz auch in der dörflichen Struktur – „wenn man sich gegenseitig kennenlernt, geht es gut“. Es ist wichtig Kontakte zu schaffen, dennoch ist die Unterstützung durch Fachpersonen dringend erforderlich.
Rotraud Holzinger, Ehrenamtliche aus Eschenbach, berichtet von der hohen Akzeptanz in der Bevölkerung. Dringend erforderlich seien Sprachkurse. Von der Kirchenleitung wünscht sie sich, den Menschen zu helfen und nicht zwischen Christen und Muslimen zu unterscheiden.

 

Bericht über Verfolgungssituationen im Irak, Syrien und anderen aktuellen Krisengebieten
Kirchenrat Klaus Rieth berichtet über die aktuelle Situation im mittleren Osten und betont: „Wir werden als Landeskirche weiterhin für die Christen in dieser Region ein treuer und verlässlicher Partner sein.“ Ratlos und betroffen zeigte sich Rieth angesichts schier unendlicher religiöser Gewalt in vielen Teilen der Erde. Er gibt den Appell der Christen aus den betroffenen Ländern weiter: „Stärkt die moderaten Muslime.“ (Sein Bericht siehe: http://www.elk-wue.de/fileadmin/mediapool/elkwue/dokumente/landessynode/14_herbsttagung/Berichte-Reden/TOP13_Bericht_Rieth.pdf) Oberkirchenrat Dieter Kaufmann vom Diakonischen Werk informiert darüber, wie durch die zusätzlichen Mittel und Stellen die Begleitung der Flüchtlinge in den Gemeinden und Bezirken verbessert wird. Sie sind Bausteine zu einer erforderlichen Willkommenskultur.
Die OFFENE KIRCHE brachte sich sehr engagiert in die ausführliche und tiefgehende Debatte ein: Martina Klärle rechnet vor, bei der derzeitigen Zahlen komme auf jede Kirchengemeinde in Baden-Württemberg eine Flüchtlingsfamilie. Harald Kretschmer fragt, ob die Flüchtlinge Bedrohung oder Bereicherung seien und wirbt für letzteres. Karl Hardecker erinnert an das biblische Gebot der Gastfreundschaft, das Evangelium trage in sich die Kraft die Angst vor dem Fremden überwinden zu können, so sei ein gemeinsamer Lernweg mit den Flüchtlingen möglich. Angelika Klingel weist auf das besondere Schicksal der Frauen unter den Flüchtlingen hin, sie sind besonderer, v.a. sexualisierter Gewalt ausgesetzt und benötigen spezielle Unterstützung. Heidi Buch fordert u.a. eine stärkere finanzielle Unterstützung der Kontingentflüchtlinge durch die Politik. Angelika Herrmann regt eine Resolution an mit der Forderung nach einem UN-Mandat für den Schutz der Flüchtlinge etwa durch Korridore. Jutta Henrich berichtet über positive Erfahrungen mit der Arbeit der Flüchtlingsdiakone. Marina Walz-Hildenbrand unterstreicht die hohe Bedeutung der Kirchengemeinden in der Flüchtlingsbegleitung und weist insbesondere auf eine notwendige zeitnahe Bearbeitung von Traumatisierungen hin. Martin Plümicke unterstützt die nachdenkliche Mahnung von Walter Keppler (LG), die auf den Anteil der USA und ihrer Armee an der gegenwärtigen Situation verweist.

Die Synode verabschiedete nahezu einstimmig folgende Resolution, die maßgeblich auf die Initiative von Angelika Herrmann und Elke Dangelmaier-Vinçon zurückgeht. Alle Gesprächskreise rangen mit der Frage, mit welchen Mitteln der Gewalt begegnet werden könne – ist ebenfalls militärische Gewalt erforderlich oder fordern wir allein humanitäre Mittel:

„Die württembergische Landessynode blickt mit großer Sorge auf den seit Jahren andauernden Bürgerkrieg in Syrien und im Nordirak, der großes Leid über viele Menschen bringt. Menschen leiden, werden vertrieben oder getötet. Doch eine schnelle, eindeutige politische Lösung ist nicht in Sicht. Beides, Eingreifen oder Nicht-Eingreifen, bedeutet schuldig zu werden und weitere Opfer hinzunehmen.
Im Wissen um diese Spannung appelliert die Landessynode dennoch an die Verantwortlichen in Politik und Kirche, alles zu tun, damit Flüchtlinge Aufnahme finden und in Sicherheit leben können. Sie dankt allen, die sich für Flüchtlinge und Kriegsopfer einsetzen. Der Schutz des Lebens und die Versorgung der Flüchtlinge haben höchste Priorität.
Wir beten um Frieden und Schutz für die Opfer von Krieg und Gewalt und um Weisheit für die Verantwortlichen.“

 

Zuwahlen
Die OFFENE KIRCHE hat zwei weitere Frauen als Synodalmitglieder:
Marina Walz-Hildenbrand und Sabine Foth, beide Rechtsanwältinnen in Stuttgart, wurde in die Synode zugewählt. Marina Walz-Hildenbrand arbeitet im Ausschuss für Diakonie mit, Sabine Foth wurde in den Rechtsausschuss entsandt. Weitere Zuwahlen galten Günter Blatz (LG) und Peter L. Schmidt (Kfm).

 

„Nach Gottes Bild geschaffen“ - Bericht des Landesbischofs
Schwerpunkt des ersten Tages bildete der Bischofsbericht zum Thema Bild und Bibel, EKD-Schwerpunktthema 2015. In einem ersten Teil stellte Landesbischof Frank Otfried July die biblischen Hoffnungsbilder gegen die derzeitigen Bilder des Schreckens. Die Digitalisierung führe zu einer Kultur des permanenten „Bilderrauschens“, in die das Evangelium eingezeichnet werden müsse. Das Evangelium mit seinem Kern „Was Christum treibet“ ermögliche die Ausdrucksformen der Kunst, begrenze aber zugleich die Macht der Bilder. In einem zweiten Teil sprach er über die Flüchtlingsfragen, die Ebola-Epidemie, Sterbehilfe, den Kirchentag und die Stellung Württembergs in der EKD (siehe http://www.elk-wue.de/fileadmin/mediapool/elkwue/dokumente/landessynode/14_herbsttagung/Berichte-Reden/TOP3_Bericht_July.pdf). In der Aussprache betonte Robby Höschele für die OFFENE KIRCHE die Bedeutung der Gegenwartskunst für die Kirche. Notwendig seien Bilder, die gewohnte und fest gewordene Sichtweisen aufbrechen. Die Bilder, die wir heute brauchen, könnten nicht die der Selbstbestätigungskunst sein. Er forderte eine verlässliche Finanzierung der künstlerischen Talentförderung, weil Kunst nicht Charity im Sinne eines Wohlfühlbeitrags sei. „Die Sprache der Bilder kann Fragen stellen …, Spannungsverhältnisse provozieren, sie kann Erfahrungsräume öffnen, die uns gut tun.“
Iris Carina Kettinger, Christiane Mörk und Elke Dangelmaier-Vinçon setzen sich für einen Ausbau der Förderung und der Zusammenarbeit zwischen Kirche und Kunst ein.

 

Personalstrukturplanung für Religionspädagoginnen und Religionspädagogen
Oberkirchenrat Werner Baur stellt die Personalstrukturplanung für die kirchlichen Religionslehrkräfte vor. Daraus geht hervor, dass der Bedarf steigt. Daher beabsichtigt die Synode die Einstellungszahlen von zwei auf vier neue Personen pro Jahr zu verdoppeln, sofern die Entwicklung weiter anhält. Amelie Hödl betont die Bedeutung des Religionsunterrichts, fordert aber attraktive Arbeitsbedingungen. Es könne nicht sein, dass eine Religionspädagogin gleichzeitig an 4-5 Schulen Religionsunterricht erteilen muss.

 

Wahl in die EKD-Synode
Die Landessynode wählte die Delegierten Württembergs in die EKD-Synode und die Gremien von UEK und VELKD – die OFFENE KIRCHE wird vertreten von Jutta Henrich (sie vertritt Württemberg auch in der VELKD), Robby Höschele (UEK) und Werner Stepanek (VELKD). Die weiteren Delegierten sind: Eva Glock von Evangelium und Kirche sowie Andrea Bleher, Tabea Dölker, Steffen Kern und Dr. Friedemann Kuttler von der Lebendigen Gemeinde.

 

Arbeitsrechtsregelungsänderungsgesetz
OKR Erwin Hartmann brachte ein Änderungsgesetz für die Arbeitsrechtsregelungen in Kirche und Diakonie ein. Hintergrund ist ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts, nach dem der kirchenspezifische „Dritte Weg“ zulässig ist, eine angemessene Beteiligung der Gewerkschaften aber gefordert wird. Dem soll durch die Vorlage des Oberkirchenrates Rechnung getragen werden. Insbesondere aus dem Bereich der Mitarbeitenden in der Diakonie wird ein Tarifvertrag gefordert, der zwischen Dienstgebern und Gewerkschaften ausgehandelt wird, damit verbunden wäre auch das Streikrecht.
Martin Plümicke hält den Dritten Weg für die Mitarbeitenden der verfassten Kirche für bewährt und sinnvoll. Die Marktsituation, in der Diakonische Einrichtungen stehen, erfordere in diesem Bereich jedoch andere Lösungen. Hier seien die Positionen in der OFFENE KIRCHE derzeit am Beginn des Gesetzgebungsverfahrens nicht einheitlich, er persönlich erachtet ein Streikrecht als der Kirche angemessen. Amelie Hödl betont, die Kirche profitiere durch die Übernahme des TVöD von einem ggf. erstreikten Tarifsystem, rühme sich aber andererseits aber der Streikfreiheit. Peter Reif verweist auf die Marktkonkurrenz, in der sich die Arbeit der Diakonie auch in arbeitsrechtlicher Hinsicht bewegt. Übereinstimmend forderten die Redner eine angemessene Bezahlung der sozialen Arbeit und kritisierten die Marktmacht an dieser Stelle.

 

Ausstellung „Was bleibt.“
Kirche und Diakonie haben eine Ausstellung erarbeitet. Darin bietet sich die Kirche an, Menschen zur Seite zu stehen, wenn sie ihre Nachlassfragen regeln wollen und dazu das Gespräch suchen. Helmut Liebs, Fundraiser der Landeskirche, unterstreicht ausdrücklich, die Kirche führe keine Gespräche mit der Intention Erbschaften einzuwerben. Die liebevoll erarbeitete Ausstellung kann von den Kirchengemeinden ausgeliehen werden. (siehe auch: www.geben-was-bleibt.de)

 

Aktuelle Stunde – Sterbebegleitung
Die Synode diskutiert intensiv über die aktuellen Fragen der Sterbehilfe und die Begleitung Sterbender. Einig sind sich die Synodalen, dass gute Begleitung Schwerkranker und Sterbender – medizinisch, pflegerisch und seelsorgerlich – kirchlicher Auftrag ist. Nachdenklich wurde die Sicht auf das Leben als Gabe Gottes mit der Tatsache in Beziehung gesetzt, dass bei einem kleinen Teil der Schwerkranken die Palliativmedizin keine Schmerzlinderung möglich machen kann (Harald Kretschmer sprach von etwa 5% der schwerkranken Patienten). Markus Mörike erinnerte an eine sensible Verantwortung für den Wert des Lebens angesichts der Erfahrungen in Grafeneck. Harald Kretschmer betonte, bei den genannten besonders schwer leidenden Menschen könnten nicht Inhalte von kirchlichen oder ärztlichen "Ordnungen" entscheiden, vielmehr seien ethische Einzelfallentscheidungen im Geist der Mitmenschlichkeit erforderlich. Hellger Koepff warnte vor der Gefahr ökonomisch-moralischen Drucks auf Patienten und Angehörige – die Debatte um „Sterbehilfe“ werde schließlich nicht in einem ökonomiefreien Raum geführt.

 

Rechnungsabschluss und Haushaltsplan
Von einem „einfachen“ Haushaltsplan 2015 sprachen einmütig die Vertreter des Oberkirchenrates wie der Gesprächskreise. Die finanzielle Situation der Landeskirche ist derzeit ausgesprochen gut. OKR Dr. Kastrup, der den Haushaltsplan einbrachte, sowie Martin Fritz, der Vorsitzende des Finanzausschusses, warnten jedoch für die Zukunft vor dem Rückgang der Mitgliederzahlen wie vor konjunkturellen und finanzpolitischen Risiken.

Die OFFENE KIRCHE brachte zwei Anträge zum Haushaltsplan ein. Zum einen will sie die Friedenspädagogik in der Landeskirche fördern. Dafür soll beim ptz eine entsprechende Stelle eingerichtet werden. Dieser Antrag wurde mit inhaltlicher Unterstützung durch die ganze Synode in den Ausschuss verwiesen. Die OK hofft, dass daraus intensive friedenspädagogische Konzepte und eine entsprechende Stelle entstehen. Weiterhin wollen wir den Verteilbetrag der Kirchensteuer an die Gemeinden nicht um 3% sondern um 4% erhöht wissen, um den entsprechenden Betrag soll die einmalige Sonderzuweisung gekürzt werden. Dadurch würden die Gemeinden auch in den kommenden Jahren verlässlich einen höheren Betrag bekommen als vorgesehen. Dieser Antrag wurde von Hellger Koepff aufgrund der Erfahrungen in den Bezirken nachdrücklich unterstützt, da die Gemeinden durch die jeweiligen „überraschenden“ Mehrzahlungen in ihrer Planung verunsichert sind. Die Mehrheit der Synode folgte der Argumentation des Oberkirchenrats, der sich nicht bereit zeigte, die Kirchengemeinden mit einem auf Dauer stärker erhöhten Betrag an den Kirchensteuermehreinnahmen zu beteiligen.
In den Einzelberatungen setzten sich die Vertreter der OFFENEN KIRCHE dafür ein, die Präsenz der Kirche in den gesellschaftlichen Feldern auch weiterhin sicherzustellen und die Sonderstellen nicht überdurchschnittlich zurückzufahren. Die Synode begrüßt die Ankündigung des Landesbischofs, weitere 2,14 Millionen Euro für die Flüchtlingsarbeit bereitzustellen. Die Hälfte davon geht in die Flüchtlingshilfe in den betroffenen Ländern, mit der anderen Hälfte wird die Begleitung der Flüchtlinge in unseren Gemeinden und Bezirken unterstützt. OKR Hans-Peter Duncker informierte über Verhandlungen mit den Zieglerschen über eine Nutzung des Klosters Denkendorf für ein Alten- und Pflegeheim, dieses Projekt wird in der Synode kontrovers diskutiert. Der Haushaltsplan 2015 wird beschlossen.

 

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Evang. Landeskirchen in Baden-Württemberg
Die Studie „Jugend zählt!“ wurde vorgestellt und der Synode, den Bezirken und den Gemeinden zur Weiterarbeit dringend empfohlen.

 

Kampagne zur Mitgliedergewinnung
Das Medienhaus und die beauftragte Agentur stellten die Grundzüge der im kommenden Jahr startenden Mitgliederkampagne vor. Die Kampagne wird im Frühjahr 2015 mit einer großen Veranstaltung gestartet.

 

Strategische Planung
Die Evangelische Landeskirche in Württemberg versteht sich „als zivilgesellschaftliche Größe und kompetente Kraft für christlichen Glauben, Menschlichkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt“. Dies stellte der Oberkirchenrat in der strategischen Planung dar. Daraus ergeben sich für die kommende Zeit drei Handlungsfelder, die in die folgenden Stichworte gefasst sind: „Zum Glauben einladende Volkskirche – lebens- und wohnortnah“ / „Diakonische Kirche in Leidenschaft für den Einzelnen“ / „Orientierung in reformatorischer Tradition“.
In der Debatte geben die Synodalen der OFFENEN KIRCHE u.a. zu Bedenken: Die Synode und die Kirche soll die Sprache des Volkes sprechen; die Kindergärten müssen gestärkt werden, ebenso die Seelsorge an alten Menschen; diakonische Herausforderungen sind mehr als die gewiss dringend erforderliche Hilfe für Flüchtlinge; sinnvolle Gemeindestrukturen sind erforderlich; die ökologische Verantwortung ist eine Querschnittsaufgabe; Kirche will und muss die Gesellschaft mitgestalten und sich daher in das Gemeinwesen auf allen Ebenen einmischen.

 

Martin Junge, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, ermutigte in seinem Grußwort die Kirchen sich gemeinsam aufzumachen, „Gottes befreiende Botschaft des Gnadengeschenks der Vergebung zu verkündigen und zu leben. Er rief zur Solidarität mit den weltweit 50 Millionen Flüchtlingen auf.

 

Alle Infos und Dokumente finden Sie auf der landeskirchlichen Homepage:
http://www.elk-wue.de/landeskirche/landessynode/herbsttagung-2014/

Bericht: Hellger Koepff, Biberach

 

 

 

„Mehr finanzielle Mittel für die Akademie“

Werner Stepanek, Vorsitzender Kuratorium Bad Boll

Interview mit Werner Stepanek, bisheriger Vorsitzender des
Kuratoriums der Evangelischen Akademie Bad Boll

Von Claudia Mocek

Im November 2013 hat das Kuratorium zum letzten Mal in seiner Amtsperiode getagt. Welche Funktion übt dieses Gremium in der Akademie aus?
Das Kuratorium begleitet und berät die Akademie in nahezu allen Entscheidungs- und Handlungsbereichen: beim Haushalt, in der Rechnungslegung, in der Personalpolitik und vor allem bei thematischen Schwerpunkten. In der zurückliegenden Amtsperiode gab es zudem außerordentliche Entscheidungen zu tragen. Die Akademie war in den vergangenen sechs Jahren in einer unglaublichen Umbruchsituation.

 

Welche Veränderungen waren dabei wesentlich?


Der Südflügel wurde gebaut, eine architektonisch wie auch inhaltlich wichtige Aufgabe. Aus heutiger Sicht war dieser Bau noch wichtiger, als wir es damals abschätzen konnten. Denn heute muss die Akademie noch viel stärker als Wirtschaftsunternehmen denken. Für ihre Infrastruktur braucht sie daher moderne Tagungsräume und Übernachtungsmöglichkeiten, die dem Zeitniveau angemessen sind. Außerdem war es notwendig, eine gute Nachfolge für den langjährigen Direktor, Joachim Beck, zu finden. Mit der Wahl von Prof. Dr. Jörg Hübner ist uns das gelungen.

Darüber hinaus mussten die finanziellen Kürzungsvorgaben der Landessynode umgesetzt werden. Keine andere Bildungseinrichtung wurde so hart getroffen wie die Evangelische Akademie Bad Boll. Zunächst sind alle Betroffenen in eine Schockstarre verfallen – auch wir im Kuratorium. Aber schließlich wurde schnell erkannt, dass jetzt kreatives Handeln nötig war. Aus eigener Initiative heraus wurden die schmerzhaften Vorgaben positiv umgestaltet. So ist aus einem harten Sparkurs ein wichtiger Konsolidierungsprozess für die Akademie geworden. Ich sage ein großes Kompliment an alle Akteure!

 

Welche Entscheidungen des Kuratoriums waren aus heutiger Sicht genau richtig, welche waren weniger glücklich?


Besonders wichtig war die Entscheidung, die Ordnung der Akademie, die noch aus den Gründungs-jahren stammt, auf die Anforderungen unserer heutigen Zeit fort zu schreiben. Mit der Auflösung des Konvents und der Neuausrichtung des Kuratoriums sind wichtige Weichenstellungen getroffen worden.

Die finanziellen Einschnitte waren schwer verkraftbar, und sie haben die Akademiearbeit wesentlich verändert. Man konnte plötzlich thematisch nicht mehr so breit aufgestellt sein – weder in der Fläche, noch in der Zahl der Tagungen. Aber die strukturellen Veränderungen, die sich daraus ergeben haben, waren gut: Wir haben uns auf unser Kerngeschäft konzentriert und das hat die Akademie auch für die Zukunft gut aufgestellt. Darauf können wir jetzt aufbauen.

Eher verhalten ist meine Begeisterung hinsichtlich der synodalen Entscheidung, die Akademiearbeit einerseits wirtschaftlich und andererseits inhaltlich-thematisch abzugrenzen. Das sind zum Teil gegensätzliche Interessen. Ich sehe die Gefahr, dass man dadurch dem grundsätzlichen Auftrag der Akademie nicht gerecht wird.
Als neuer Synodaler und als wieder gewähltes Mitglied im Kuratorium fordere ich jetzt, dass die Akademie von der Synode mehr finanzielle Mittel bekommt, damit sie sich stärker auf dem Bildungsmarkt positionieren kann. Ich erwarte schon, dass sich die Evangelische Akademie Bad Boll in den nächsten Jahren auf EKD-Ebene, also auf nationaler und internationaler Ebene, sehr gut profiliert.

Wie kann dieses Ziel erreicht werden?

Die Akademie hat ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal, nämlich die Ausprägung, gesellschaftliche Fragen konsequent im Diskurs anzugehen, diese ergebnisoffen zu diskutieren und dabei kompetente Beratung und wissenschaftliches Fachwissen einfließen zu lassen. Darin ist Boll schon jetzt deutschlandweit die Nummer eins. Ich möchte ermutigen, diese Arbeit stärker auf Themenfelder auszudehnen, die über Württemberg hinaus wirken, also EKD-weit und somit international Beachtung finde.

Es zeichnet sich schon ab, dass einige der bisherigen Kuratoriumsmitglieder auch künftig in dem Gremium vertreten sein werden...
Für die neue Synode wurden bereits entscheidende Personalweichen gestellt – auch im Hinblick auf die Besetzung des Kuratoriums mit Mitgliedern der Landessynode: Die bisherigen Synodalen im Kuratorium wollten ausdrücklich wieder für das Kuratorium nominiert werden. Das ist gelungen. Ich finde, das ist ein schönes Zeichen der persönlichen Verbundenheit. Die bisherige Kuratorin Franziska Stocker-Schwarz ist nun auch Vorsitzende des Ausschusses „Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit“, der für die Akademie zuständig ist. Darüber hinaus wurde ich selber als Vizepräsident der Synode nominiert. Also ich glaube, die Akademie ist, was das anlangt, in guten Händen.

Seit kurzem gilt die neue Akademieordnung. Die Berufung von Beiräten wird sich auch auf die Zusammensetzung des Kuratoriums auswirken. Wie wird sich die Arbeit des Gremiums ändern?

Der bisherige Konvent wird in verschiedene Beiräte umgewandelt werden. Dadurch können die  einzelnen Arbeitsbereiche der Akademie gezielter beraten werden. Derzeit laufen die Bemühungen auf Hochtouren, für diese Beiräte die richtigen Personen zu finden.

Was ich für die Arbeit des neuen Kuratoriums berücksichtigt haben möchte ist, dass klare Verantwortungsbereiche geschaffen werden, in denen das Gremium wirkungsvoll beraten kann und auch Verantwortung tragen muss. Das war mir in der Vergangenheit zu diffus geregelt. Ein Kuratorium  muss auch inhaltliche Positionen vertreten und verantworten können, sonst ist es nur ein edler Debattierclub.

Wie wird der Einfluss der künftigen Beiräte aussehen?


Die Begleitung wird sich sicherlich nicht auf die operative Tagungsarbeit beziehen und die souveräne, eigenverantwortliche Arbeit der Studienleitenden wird nicht tangiert werden. Ich schätze deren analytischen Blick auf die Gesellschaft und ihr hervorragendes Fachwissen. In der Beratung durch die Beiräte sehe ich eine wertvolle Orientierungshilfe für die thematische Ausrichtung der Arbeit der Studienleitenden. Die breite Verortung der Beiräte in ihren unterschiedlichen gesellschaftlichen Verantwortungsbereichen ermöglicht es, der Akademie wertvolle Impulse zu geben.

Dr. Claudia Mocek ist Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Dieses Interview wurde veröffentlicht im Magazin "SYM" der Evangelischen Akademie Bad Boll, Ausgabe Februar/März 2014

Wie funktioniert die Landeskirche?

Anita Gröh bei der Beantwortung von Fragen

Zur Kirchlich-theologischen Arbeitsgemeinschaft (KthA) der Pfarrerschaft im Kirchenbezirk Waiblingen war Landessynodale Anita Gröh eingeladen. Thema dieser Veranstaltung war "Wie funktioniert die Landeskirche?" Als Referent für den theolgischen Part der Veranstaltung war Pfarrer Markus Lautenschlager eingeladen.

Anita Gröh begann ihr Impuls-Referat folgend:

„Wie funktioniert Kirche wirklich?“.
Meinungsbildungsprozesse und die Entscheidungswege in der Landeskirche

Die Landeskirche funktioniert. Und sie funktioniert dafür, dass sie relativ groß und protestantisch ist erstaunlich gut:

  • Es gibt jedes Jahr einen ordnungsgemäßen Haushalt – nicht wie in den USA, die mit Übergangs- und Ausnahmeregelungen haushalten müssen
  • Gehälter werden termingerecht nach Tarif bezahlt – nicht wie etwa in Russland, Sochi
  • Immobilien sind in ordentlichem Zustand – nicht wie in Frankreich, wo Kirchen zusammenfallen
  • Die Gesetzgebung basiert auf demokratischen, rechtsstaatlichen Strukturen – nicht wie in vielen anderen Kirchen, auch der katholischen, in denen oft autokratisch Entscheidungen fallen .

Ichdenke, die Landeskirche arbeitet doch recht professionell.

Für interessanter halte ich die Frage nach den Meinungsbildungsprozessen.

Grundlage in allem Denken soll die Bibel sein.
Ich nenne auch:  Frieden – Gerechtigkeit – Bewahrung der Schöpfung bilden den Rahmen.

Aber wir alle wissen, dass das  Bibelverständnis,
die Frage nach der Autorität der Bibel – was ist für mich bedeutend, was eher nicht, zu den großen Knackpunkten in der Kirchenpolitik zählt.

 

Berichte Bezirkssynoden

Anita Gröh berichtet

Über aktuelle Themen der 14. Landessynode berichtete Landessynodale Anita Gröh in den November-Bezirkssynoden 2013 der Kirchenbezirke Göppingen und Geislingen.

Schwerpunktthemen waren dabei:

  • Situation der Menschen in Krisengebieten
  • Finanzielle Unterstützung neuer Gemeindeformen
  • Ausschreibung befristeter Leitungsstellen bei gewünschter Wiederwahl
  • 2. Stelle für Weltanschauungsfragen
  • Dezentralisierung und Vereinfachung der Abwicklung von Bauvorhaben der Kirchengemeinden und Kirchenbezirke
  • Strategischen Planung der Landeskirche 
  • Zusammenarbeit der Gesprächskreise  

 

Bericht Anita Gröh vor den Bezirkssynoden Göppingen und Geislingen November 2013