OK-Team-Treffen am 10. Juli 2018

Wir laden herzlich ein zum nächsten Treffen des Teams der Offenen Kirche unseres Kirchenbezirks!

Wann: Dienstag, den 10. Juli 2018, 18.30 Uhr

Wo: Evang. Gemeindehaus in Faurndau, Kleiner Sitzungssaal
       Sommerhalde 21, 73035 Göppingen-Faurndau

 

Jeder Mensch, der Interesse hat mitzubekommen, was in der Evangelischen Landeskirche Württemberg gerade an Themen diskutiert und entschieden wird, ist herzlich willkommen, einfach mal reinzuschauen und unsere Arbeit kennen zu lernen.

 

 

OK-Team-Treffen am 18. April 2018

Wir laden herzlich ein zum nächsten Treffen des Teams der Offenen Kirche unseres Kirchenbezirks!

Wann: Mittwoch, den 18. April 2018, 19.00 Uhr

Wo: Evang. Gemeindehaus in Faurndau, Kleiner Sitzungssaal
       Sommerhalde 21, 73035 Göppingen-Faurndau

 

Jeder Mensch, der Interesse hat mitzubekommen, was in der Evangelischen Landeskirche Württemberg gerade an Themen diskutiert und entschieden wird, ist herzlich willkommen, einfach mal reinzuschauen und unsere Arbeit kennen zu lernen.

 

 

Rede unserer Landessynodalen Anita Gröh anlässlich des Weltfrauentags am 8. März 2018

Sehr geehrter Herr Präsident, hohe Synode, sehr geehrter Herr Landesbischof,

 

·       Vor 100 Jahren, 1918, haben die Frauen in Deutschland ihr Wahlrecht erstritten. Marie Jucharz, die 1919 als erste Frau in der Weimarer Nationalversammlung redete, wurde aufgrund der von ihr verwendeten Anrede „sehr geehrte Damen und Herren“ von den Herren Abgeordneten höhnisch ausgelacht.

·       Vor 70 Jahren, 1948, hat Dr. Elisabeth Selbert im Parlamentarischen Rat den Satz im Grundgesetz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ gegen den erbitterten Widerstand des Gremiums durchgesetzt.

·       Vor 50 Jahren, 1968, hat die Württembergische Landessynode mit zwei Stimmen über der 2/3 Mehrheit die Ordination von Frauen beschlossen.
(Die Abstimmung ergab 43 Stimmen für die neue Theologinnenordnung, 11 Nein-Stimmen und 9 Enthaltungen.)

·       Vor 5 Jahren, 2013, hat die Landessynode sich eine Selbstverpflichtung gegeben, bis zum Jahr 2023 Leitungsämter paritätisch mit Frauen und Männern zu besetzen.

 

Von dieser Parität sind wir weit entfernt:

      20 % der geschäftsführenden Pfarrämter haben Pfarrerinnen inne.

      Nur in 9 Kirchenbezirken gibt es Dekaninnen, das sind 18 %.

      Auf der Ebene der Oberkirchenräte ist die Zahl der Frauen 0, das sind 0 Prozent.

 

Der einzige Erfolg ist auf der Ebene der PrälatInnen. Hier haben wir tatsächlich eine Parität. Dies ist aber für die Umsetzung unserer synodalen Selbstverpflichtung zu wenig.

Deshalb, hohe Synode und lieber Herr Landesbischof, muss es eine Selbstverständlichkeit sein, die keiner Diskussion mehr bedarf, dass bei Stellenausschreibungen für Leitungsämter der Satz enthalten ist:

„Die Bewerbung von Frauen wird begrüßt“ mit der Ergänzung, dass die Landessynode diese Selbstverpflichtung hat und sie ernst nimmt.

Dies abzulehnen mit der Begründung, es gehe um Qualifikation und nicht ums Geschlecht, ist eine Abqualifizierung von Frauen sonders gleichen.

Erstaunlicherweise wird dieses Argument der Qualifikation immer nur dann gebraucht, wenn es um Frauen geht.

Dass es möglich ist, Ämter paritätisch zu besetzen , sehen Sie jetzt bei der neuen Regierung. Selbst die CDU hat paritätisch die Ministerämter mit Männern und Frauen besetzt. Die Landeskirche bewegt sich hier auf dem Niveau der CSU, die ich jetzt hier nicht als Vorbild haben möchte.

Ich komme zu Punkt 2:

Die Gremien, die die Personalauswahl haben, sind gerade auch im kirchlichen Bereich von Männern dominiert. Und hier zeigt sich die Neigung, Personen einzustellen, die einem selbst ähnlich sind. Die Albright-Stiftung spricht hier vom Thomas-Prinzip: Der Thomas stellt den Thomas ein. So kommen jedoch weder Vielfalt noch Frauen in Leitungspositionen. Und gerade dies ist für die Zukunft einer Institution wie die Landeskirche Grundvoraussetzung.

Deshalb spreche ich mich ausdrücklich dafür aus, dass das Pilotprojekt, das Frau Kress in ihrem Bericht erwähnt hat, selbstverständlich wird und Frau Kress bei jeder Auswahlsitzung für Leitungspositionen eingeladen ist.

Ein letzter Punkt noch:

das hochgelobte Thema „Digitalisierung“ ist in unserer Landeskirche ja in Männerhand. Wenn Sie in die Steuerungsgruppe hineinschauen, finden Sie darin eine Frau, die aus einem Grund in diese AG hineingerutscht ist, den ich hier nicht öffentlich machen kann.

Wenn die Digitalisierung eine gesellschaftliche Herausforderung oder auch Chance ist, die die Landeskirche betrifft, und diese Herausforderung den jungen smarten Männern allein übertragen ist, dann darf man sich nicht wundern, wenn vieles schief läuft.

Denn das ist die Erfahrung: wenn die Mehrheit der Menschheit ausgeschlossen ist, ist auf die Dauer kein Erfolg zu erwarten.

Deshalb plädiere ich ausdrücklich dafür, dass bei solchen Arbeitsgruppen eine Parität zwischen Frauen und Männern vorhanden ist, um zu erreichen, dass mit der gebotenen Vielfalt und Abbildung der gesellschaftlichen Verhältnisse erfolgreich gearbeitet wird.

 

 

Herzliche Einladung zum Podiumsgespräch "Keine Trauung für Homosexuelle - wie geht es weiter in der evang. Landeskirche?" am 21. März 2018 in Eislingen


Die Synode der Evang. Landeskirche in Württemberg hat auf ihrer Herbsttagung 2017 entschieden, dass es auch in Zukunft für gleichgeschlechtliche Paare keine kirchliche Trauung oder Segnung in einem öffentlichen Gottesdienst geben soll. Eine Öffnung hin zu einer solchen Möglichkeit scheiterte an zwei Stimmen, die zu der erforderlichen ⅔ Mehrheit fehlten. Eine große Mehrheit der Synodalen ist also – wie auch die Mehrheit der Gemeindeglieder dafür, dass die Landeskirche endlich ermöglicht, was in allen anderen evangelischen Landeskirchen in Deutschland in unterschiedlicher Form möglich ist. Entsprechend hat die Entscheidung der Landeskirche überwiegend Kritik und Unverständnis ausgelöst. Für viele Gemeindeglieder stellt sich nun die Frage, wie es weitergehen soll.  Die Vereinigung OFFENE KIRCHE und das Evangelische Bildungswerk des Kirchenbezirks Göppingen laden zu dieser Frage ein zu einem Podiumsgespräch mit Betroffenen, Fachleuten und örtlichen VertreterInnen der Kirchenleitung. Neben anderen werden Herr Rolf Ulmer, Dekan des Evang. Kirchenbezirks Göppingen, Anita Gröh, Synodale der OFFENEN KIRCHE aus dem Kirchenbezirk Geislingen und Matthias Hestermann, Prälaturbeauftragter des Landesbischofs für das Thema Homosexualität, auf dem Podium sitzen. Außerdem wird ein gleichgeschlechtliches Ehepaar von seinen Erfahrungen berichten.
Moderieren wird das Gespräch Thomas Meyer-Weithofer, Referent des Evang. Bildungswerkes Göppingen. Fragen und Diskussionsbeiträge aus dem Publikum sollen das Gespräch bereichern. 

Termin: Mittwoch, 21. März 2018, 20 Uhr

Veranstaltungsort: Evang. Gemeindehaus der Christuskirche, Salacher Straße, 73054 Eislingen

Eintritt frei!

 

 

 

 

Die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare bleibt verboten - Stellungnahme unserer Synodalen

Die Synodalen der Offenen Kirche aus Göppingen und Geislingen, Werner Stepanek und Anita Gröh, sind fassungslos über die von der Lebendigen Gemeinde herbei geführte Entscheidung, wonach in der Württembergischen Evangelischen Landeskirche eine Trauung bzw. Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren weiterhin nicht erlaubt sein wird.

Dabei hatte der vom Oberkirchenrat vorgelegte Gesetzesentwurf die Gewissensfreiheit jeder einzelnen Pfarrerin bzw. Pfarrers und jeder Kirchengemeinde garantiert. „Nicht einmal zu diesem großen Kompromiss“, so Anita Gröh, „war die Lebendige Gemeinde bereit“. Auch für Werner Stepanek ist diese Mehrheitsentscheidung nicht zu verstehen. Beide OK-Synodale empfinden das Verhalten der Lebendigen Gemeinde als herzlos und unbarmherzig, denn mit dieser Entscheidung wird einer ganzen Personengruppe verweigert, Gottes Segen zugesprochen zu bekommen.

Trotzdem werden die beiden OK-Synodalen an dem Ziel festhalten, noch in dieser Legislaturperiode einen Beschluss zur Segnung oder Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren zu erreichen. Es bleiben ihnen aber nur noch wenige Synodaltagungen, um diese wichtige Aufgabe zu lösen. Gröh und Stepanek setzen dabei auch auf deutliche Signale aus den Kirchengemeinden und aus der Pfarrerschaft. So hoffen sie, dass die Zahl der Regenbogen-Gemeinden sich deutlich erhöht. Diese Kirchengemeinden entscheiden sich sehr bewusst und öffentlich dafür, Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare schon jetzt zuzulassen.

 

 

 

Notizen von Sommertagung der 15. Landessynode, 6. – 8. Juli 2017 in der Stadthalle Reutlingen

 

Um Gottes Willen Barmherzigkeit – Rechtfertigungslehre heute Anlässlich des Reformationsjubiläums befasste sich die Synode mit einem zentralen Anliegen der Reformation.

Rechtfertigung heute Die Rechtfertigungslehre ist höchst aktuell, so Christoph Schwöbel, Professor für Systematische Theologie in Tübingen. Die Rechtfertigung des Sünders allein durch Gott befreie von dem Druck sich ständig selbst rechtfertigen zu müssen. In einer unübersichtlichen Welt gebe es eine unstillbare Gier nach Anerkennung und einen Drang zur Rivalität. Dauernd stünden wir vor Tribunalen. Fragen wie: „Sie haben keine Kinder?“, „Gehen Sie ins Fitnessstudio?“, „Wo kaufen Sie Ihre Kleidung?“, „Fahren Sie einen Diesel?“ ließen den Synodalen den Rechtfertigungsdruck auf die Pelle rücken. Menschen seien Mängelwesen, die durch eigene Anstrengung ihre Mängel beheben wollten. Moderne Götzen wie der Markt oder mediale Aufmerksamkeit versprechen letztgültige An-erkennung. Das sei weder möglich noch nötig, weil wir vor Gott schon letztgültig anerkannt sind. Dezidiert kritisiert Schwöbel, dass sich heute die ökonomische Marktlogik in alle Lebensbereiche drängt. Der Vortrag wird in den nächsten Tagen auf der Homepage der Landeskirche online gestellt. Die Thesen siehe: www.elk-wue.de/fileadmin/Downloads/Wir/Synode/2017/02_Sommertagung/Berichte_und_Reden/TOP_15_-_Schwerpunkttag_-_Christoph_Schwoebel.pdf

Barmherzigkeit als zentraler Begriff der Bibel – Bibelarbeit „Wenn jemand die Geschichte Gottes mit den Menschen erzählen wollte und hätte das Wort Barmherzigkeit nicht, könnte er die Geschichte gar nicht sinnvoll erzählen.“ So begann Simone Sinn die Bibelarbeit zum Magnifikat (Lukas 1). Die promovierte Theologin ist Studienleiterin für öffentliche Theologie und interreligiöse Beziehungen beim Lutherischen Weltbund. Anders als die sonstigen Zuschreibungen sieht Sinn die biblische Maria als Theologin. Sie hat erfahren, wie Gott sie ansieht. Das war ihr „theologisches Aha-Erlebnis“. Maria zeigt, vor Gott ist der Mensch „in fröhlicher Passivität“, wie Simone Sinn mit Verweis auf Luthers Auslegung des Magnifikat betont. Gott wende sich denen in der Tiefe zu – diametral der menschlichen Neigung entgegengesetzt, sich am Hohen und Mächtigen zu orientieren und unentwegt nach oben zu blicken. Viel zu oft werde diese existentielle Dimension des Glaubens heute individualisiert und privatisiert. Gott wendet sich der Welt zu. Marias Lobgesang nennt dafür Religion, Weisheit, Kultur, die politische Macht und die Wirtschaft. Geißelte Luther zuallererst die hochmütigen Gelehrten, weil sie sich in alle Fasern des Lebens drängten, so sei heute eine gewisse ökonomische Logik zur Leitideologie geworden. Dem gelte die christliche Kritik. Die Gewissheit und Freude über Gottes Barmherzigkeit befreit dazu, uns in Freiheit und mit Engagement den Menschen in „Niedrigkeit“ zuzuwenden. „Seid barmherzig, wie auch eurer Vater barmherzig ist.“ Daran orientieren sich Christen in der Welt. Wir haben die zu sehen, deren Lebensperspektiven prekär sind.

 

Zur Aktualität der Rechtfertigungslehre für unsere Gesellschaft

„Der Sinn der Freiheit ist Verschiedenheit“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seinem theologischen, politischen und persönlichen Vortrag. Die Reformation habe das Bild eines Gottes, der gerecht macht, in den Mittelpunkt gestellt. Während menschliche Gerechtigkeit von einem reziproken Ausgleich ausgehe, sei Gottes Gerechtigkeit asymmetrisch. Evangelische Christen müssten sich fragen lassen, ob sie nicht allzu sehr einem Heilsindividualismus verfallen seien, so der Katholik Kretschmann. In der Politik meine „sich rechtfertigen“ oft die nachgeschobene Begründung, wenn etwas schief gelaufen ist. Demgegenüber bedeute ihm die Rechtfertigung durch Gott Freiheit. „Wenn ich als Politiker scheitere, scheitere ich noch lange nicht als Mensch und vor meinen Lieben“ so Kretschmann. Die Orientierung an Verwandtschaft, wo alle mehr oder weniger gleich seien, müsse durch die Orientierung an der Freiheit ersetzt werden. Freiheit bedeute Verschiedenheit. Wir dürften niemals nachlassen, für die Verschiedenheit der Menschen einzutreten und gleiche Rechte zu garantieren unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe oder sexueller Orientierung. Kretschmann verweist auf den Bundesratsbeschluss zur „Ehe für alle“ am selben Tag, betonte aber das Recht der Kirchen, darauf auf ihre Weise zu reagieren.

 

Die Landessynode setzt sich für ein Sexkaufverbot ein

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg spricht sich deutlich gegen Prostitution, Menschenhandel und den damit verbundenen käuflichen Sex aus. Denn Prostitution verletzt die Menschenwürde. Die Landeskirche in Württemberg fordert, dass die jetzige Gesetzgebung erneut überarbeitet wird, und das Vorbild der Schwedischen Gesetzgebung (Freierbestrafung und Prostituiertenschutz) hierbei als Folie verwendet wird. Der Oberkirchenrat wird gebeten, diese Position in all seinen Bezügen (z. B. gegenüber dem Gesetzgeber, dem Diakonischen Werk in Deutschland und den Gliedkirchen der EKD und den württembergischen Partnerkirchen) deutlich zu machen. Darüber hinaus soll er bestehende und neue Hilfsmöglichkeiten verstärkt unterstützen und ausbauen, damit die Frauen Hilfe erfahren, die als Trafficking – Opfer in unserem Land leben und unter den Folgen der bestehenden Gesetzgebung leiden. Konkrete Vorschläge zur Hilfe sind unabdinglich. Dieser Antrag wurde mit überwältigender Mehrheit von der Landessynode beschlossen. Auf Antrag von Angelika Klingel setzte sich der zuständige Ausschuss intensiv mit der Situation von Prostituierten insbesondere nach dem neuen Prostituiertenschutzgesetz auseinandergesetzt. Klingel sieht die Versprechen des Gesetzes sämtlich nicht umgesetzt. Prostitution in hierzulande boomt, die "Kunden" kommen zu uns nach Deutschland. Junge Frauen werden alle paar Wochen in ein anderes Bordell verfrachtet. Sie haben keine Lobby, leben völlig abgeschirmt in einer Parallelwelt. Prostitution verletzt die Menschenwürde. Für Waltraud Bretzger ist die Würde des Menschen ist heute antastbar und käuflich geworden. Sie weist auf die Verbindung von Armut und Prostitution, viele Frauen würden wirtschaftlich gezwungen sich zu prostituieren. Abhilfe vor der Prostitution aus der Not schaffe nur Investitionen in Bildung, Medienbildung und Herzensbildung junger Menschen. Marina Walz-Hildenbrand kritisiert den Anspruch des geltenden Gesetzes, Prostitution geschehe selbstbestimmt. Dies sei falsch, vielmehr würden unzählige oft minderjährige Frauen zur Prostitution gezwungen. Allein die Bestrafung von Freiern verändere die Situation, das zeigen die schwedischen Erfahrungen. Dort haben sich Bewusstsein und Verhalten dank des Strafgesetzes verändert. Heute ist es in Schweden gesellschaftlich verpönt zu einer Prostituierten zu gehen. Elke Dangelmaier-Vinçon sieht die Menschenwürde insgesamt in Gefahr, wenn schon Schülerinnen auf ihren Marktwert taxiert und reduziert werden. Prostitution sei eben kein Beruf wie jeder anderer, kein Mensch darf durch einen anderen benutzt werden.

 

Partnerschaft mit Afrika – Aktuelle Stunde

Angesichts des G20-Gipfels diskutiert die Synode die Situation Afrikas, nachdem der stellvertretende Präsident Werner Stepanek seine Erschütterung und sein Mitgefühl angesichts der Gewaltexzesse in Hamburg ausgedrückt hatte. Hellger Koepff fordert einen Dialog auf Augenhöhe mit den Menschen Afrikas. Die Kirchen hätten darin über ihre ökumenischen Beziehungen jahrhundertelange Erfahrung. Afrika dürfe nicht nur Rohstofflieferant oder Müllplatz des Westens sein. Markus Mörike verweist auf die Exportüberschüsse, die von der EU nach Afrika geliefert werden und dort die lokalen Märkte zerstören. Afrika ist der Mülleimer für geringerwertiges Hühnerfleisch der EU geworden. Allein nach Südafrika werden 50.000 Tonnen exportiert und so die Existenz der dortigen Geflügelfarmen zerstört. Die Handelspolitik muss mehr Aspekte der ökologischen und sozialen Gerechtigkeit berücksichtigen. Fairer Handel bei uns muss weiter gestärkt werden, Studiengebühren auch für Studenten aus Afrika bei uns sind das falsche Signal. Für Christiane Mörk beutet der Hunger nach Rohstoffen Afrika aus. Einen Hilfsprozess für Afrika können nur die Afrikaner selbst bestimmen. Brot für die Welt setzt sich etwa für die Landrechte der Bevölkerung ein, um die Wirtschaftskreisläufe in den jeweiligen Ländern zu stärken. Nach Auskunft von Klaus Rieth, in der Landeskirche für weltweite Beziehungen zuständig, fördert Württemberg Projekte in Höhe von 1,2 Millionen. Zudem vertieften die zahlreichen Partnerschaften die Beziehungen auf Augenhöhe. Die Kirchen in Afrika wachsen. Bei allen Hilfen werde zunächst gefragt, was die afrikanischen Christen aus ihrer Sicht brauchen. Carola Hoffmann-Richter sieht die derzeitigen Initiativen vor allem durch die Flüchtlingssituation ausgelöst. Der G20 Gipfel solle wohl weniger einer nachhaltigen Entwicklung als vielmehr dem Ziel dienen, Flüchtlinge abzuhalten und Investoren die Türen zu öffnen. Sie wirbt  für eine Verstärkung kirchlicher Partnerschaften. Projekte sollten nicht über die Köpfe der afrikanischen Partner hinweg geplant und organisiert werden. Viola Schrenk erinnert an den neuen Präsidenten des Lutherischen Weltbundes, Pfarrer Dr. Musa Panti Filibus, Erzbischof der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria, der von einem lebendigen Leben in den afrikanischen Ländern berichtet. Im globalen Süden wachsen die Kirchen, dort werde für die Kirchen in Europa Fürbitte gehalten. Auch sie wirbt für kirchliche Partnerschaften.

 

Die Offene Kirche wollte in der Aktuellen Stunde die Auswirkungen des Bundestagsbeschlusses zur „Ehe für alle“ diskutiert wissen. Präsidentin Inge Schneider lehnte dies ab. Es wurde eine Chance vertan, die Argumente beider Seiten für die Gemeinden transparent zu machen.

 

Energiemanager für die Kirchengemeinden

Die Landessynode will eine unbefristete Stelle eines Energiemanagers einrichten. Dieser soll die Datenerfassung und Auswertung des Energieverbrauchs der Gemeinden unterstützen. Ruth Bauer hat sich in der Ausschussarbeit vehement für diese Stelle als wesentlichen Baustein für den Klimaschutz eingesetzt. Die Gemeinden müssten in ihren Energiesparbemühungen nachhaltig unterstützt werden. Die Stelle generiere durch die Einsparungen mehr Mittel als sie kostet. Martina Klärle fordert weiteren Einsatz für den Klimaschutz angesichts der vielen Bremser, die weltweit auf den Plan treten. Markus Mörike bezeichnet Energiesparmaßnahmen nicht als nice to have. Die Stelle eines Energiemanagers diene der Glaubwürdigkeit der Kirche. Christiane Mörk weist nach ihren Erfahrungen als Brotbotschafterin auf die globalen Auswirkungen des Klimawandels hin.

 

Europa eine Seele geben

Die Evangelischen Kirchen sollen in einem multireligiösen und zugleich säkularen Europa erkennbar und sprachfähig werden. Dieses Ziel formulierte die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) auf ihrer jüngsten Konferenz in Bern. Dort trafen sich 100 Delegierte aus 48 Mitgliedskirchen in 17 Ländern. Wie Beate Keller (LG) und Werner Stepanek berichten, hat die europäische Vernetzung der evangelischen Kirchen untereinander für die vielen kleinen Kirchen, die in ihren Heimatländern nicht gehört und nicht wahrgenommen werden, immense Bedeutung. Europa braucht die Kirchen, die Kirchen müssen Europa im Zusammenspiel mit anderen Religionen eine Seele geben.

Personalplanung für den Pfarrdienst

Von einer stabilen Situation im Pfarrdienst berichtet OKR Wolfgang Traub. Die Zahl der Theologiestudierenden hat sich in den letzten Jahren verdoppelt. Die geplanten Aufnahmezahlen werden erreicht. Er sieht auch für die nächsten Jahre genügend Pfarrerinnen und Pfarrer für die Gemeinden. Trotz der hohen Ruhestandseintrittszahlen in den kommenden Jahren steigt die Pastorationsdichte nicht in der seither angenommenen Weise an. Im Bereich der Versorgungsleistungen und der Beihilfen besonders der älteren Pfarrerinnen und Pfarrer sieht er steigende aber zu bewältigende Kosten. Karl Hardecker macht im Namen des Theologischen Ausschusses darauf aufmerksam, dass die geplanten Aufnahmezahlen nicht immer erreicht werden. Deshalb bleibt die Werbung für das Theologiestudium nach wie vor vordringlich. Hellger Koepff fragt nach den Gründen, warum Theologiestudierende letztlich nicht in den Pfarrdienst wechseln. Auch in Zukunft müsse für die Attraktivität des Pfarrdienstes gesorgt werden.

 

Stärkung der Kirche in ländlichen Räumen

Der Studientag bei der Frühjahrssynode wurde ausgewertet, Kirche im den unterschiedlichen ländlichen Räumen soll gestärkt werden, verschiedene Initiativen wurden auf den parlamentarischen Weg geschickt. Werner Pichorner warnt allerdings vor einem Antragsaktionismus, vielmehr sollten die schon vorhandenen Ressourcen in der Landeskirche genutzt werden. Vertreter aus dem ländlichen Raum kommen im Netz zur Sprache: www.youtube.com/results.

 

Gute Finanzsituation – Mittelfristige Finanzplanung

OKR Martin Kastrup stellt die Mittelfristige Finanzplanung vor. Sie bewegt sich zwischen kurzfristig guten Steuereinnahmen und der Sorge um den Rückgang der Mitglieder, die sich über kurz oder lang deutlich auf die Steuereinnahmen auswirken wird. Von 2017 bis 2021 werden 55 neue Projekte (69,2 Mill €) und 16 neue Dauermaßnahmen (1,5 Mio. €) finanziert. Neben der notwendigen Sanierung des Dienstgebäudes des Oberkirchenrats sind Mittel für Familien, die Digitalisierung und die Kommunikationsstrategie der Landeskirche sowie das Personalmanagement vorgesehen. Für die OK kritisiert Martin Plümicke die Rekordhöhe der Rücklagen, dadurch würde den Gemeinden Geld vorenthalten. Er fordert eine Kehrtwende von einer Kirche deren heimliche Strategie die finanzielle Sicherheit ist, hin zu einer Kirche, die verantwortbar kirchliche Arbeit finanziert und bei Prognosen in die Zukunft nicht immer den schlechtesten aller denkbarer Fälle annimmt und zumindest auch auf die Kraft des Heiligen Geistes vertraut. Erste Schritte sind für ihn die Schaffung lange beantragter Stellen bei der Beauftragten für Weltanschauungsfragen, in der Hochschule für Kirchenmusik und für den interreligiösen Dialog. In der Diskussion problematisiert Martina Klärle die Grundstimmung der Sorge, als stünde für die nächsten fünf Jahre kein Geld zum Ausgeben zur Verfügung, sie fordert Ausgaben für solche Maßnahmen, die Menschen ermutigen bei der Kirche zu bleiben. Elke Dangelmaier- Vinçon will weiterhin eine faire pauschale Finanzzuweisung an die Gemeinden durch die Biberacher Tabelle. Robby Höschele spricht sich für eine kontinuierliche Förderung für die Kunst- und Kulturarbeit der Landeskirche aus, Einmalzahlungen sind nicht zielführend, denn die Stiftung Kirche und Kunst wirft derzeit nahezu keine Erträge dafür ab. Hellger Koepff setzt sich für einen klugen Spagat zwischen kurzfristiger Reaktion auf die derzeitigen guten Einnahmen und der Vorsorge für spätere Zeiten. Er fordert deutlich mehr Zuweisungen an die Kirchengemeinden. Weiter spricht er sich für Unterstützung der Kirchenbezirke aus, denen die Kindergartenkosten davonzulaufen drohen, lehnt aber eine Rückkehr in die Bedarfszuweisung ab. Angelika Herrmann verweist auf die Mitgliederentwicklung, Taufen gehen zurück, Austritte nehmen zu. Sie fordert gezielte konzentrierte Maßnahmen diesem Trend entgegenzuwirken und dabei vor allem auf Beziehungsarbeit zu setzen.

 

Nachtragshaushalt

Mit über 10 Mill. € wurde ein umfangreicher Nachtragshaushalt beschlossen. Erste Planungsmittel für die Renovierung des Oberkirchenrates wurden bereitgestellt. Die Verwaltungs- und Kirchenstrukturen sollen weiterentwickelt werden. Für die Flüchtlingsarbeit der Gemeinden anderer Sprache und Herkunft werden ebenso Mittel bereitgestellt wie für die Möglichkeit, dass Ehrenamtliche Zugang zur Plattform PC im Pfarramt erhalten.

Kurz notiert:

·         Unterstützung für Eltern in Notlagen verstärkt. Der Notlagenfonds für werdende Eltern wird von 80.000 auf 150.000 Euro pro Jahr aufgestockt. Laut Markus Mörike, Vorsitzender des Diakonieausschusses, sei es für viele in finanzieller Hinsicht ein Schock, wenn sich eine Schwangerschaft ankündigt. Das dürfe nicht sein. Schwangere Frauen in schwierigen materiellen Lebenssituationen brauchen vor allem Sicherheit und das Gefühl, dass sie und ihr Kind willkommen sind.

·         Beratung für Innovation und neue Aufbrüche. Die OK begrüßt, dass endlich in einem erweiterten Sinne von Innovation in der Kirche gesprochen wird. Neues schaffen nicht nur die von anderen dauernd ins Gespräch gebrachten neuen Gemeindeformen. Karl Hardecker weist darauf hin, dass vor allem im Rahmen des traditionellen Gemeindelebens sehr innovativ gearbeitet wird, das muss unterstützt werden.

·         Glaubenskurse sollen geweitet und mit anderen Angeboten z.B. mit Kirchenpädagogik, Volkshochschulen, Familienzentren, Friedhofsbegehungen.

·         Auf Antrag von Hellger Koepff wurde über die finanzielle Unterstützung der Leitung der Notfallseelsorgen in den Landkreisen diskutiert. In den Ausschüssen soll das für den Haushalt 2018 vorbereitet werden. Im Gespräch sind 600.000 Euro.

·         Als neuer zweiter stellvertretender Präsident wurde Johannes Eißler gewählt. Er ersetzt Wilfried Braun, der sein Amt aus Gründen der zeitlichen Belastung zur Verfügung gestellt hatte, beide gehören zum Gesprächskreis Evangelium und Kirche. Erster stellvertretender Präsident ist Werner Stepanek von der Offenen Kirche. Präsidentin ist Inge Schneider (LG).

·         Federführend von der Offenen Kirche wurden folgende Anträge eingebracht:

·         Kirchenpfleger können in Ausnahmefällen auch einer ACK-Kirche angehören

·         Mitglieder des Oberkirchenrates sollen künftig von der Synode gewählt werden.

 

Bericht: Hellger Koepff, Biberach

 

 

OK-Team-Treffen am 11. Juli 2017

Wir laden herzlich ein zum nächsten Treffen des Teams der Offenen Kirche unseres Kirchenbezirks!

Wann: Dienstag, den 11. Juli 2017, 19.30 Uhr

Wo: Evang. Gemeindehaus in Faurndau, Kleiner Sitzungssaal
       Sommerhalde 21, 73035 Göppingen-Faurndau

 

Tagesordnung:

  1. Begrüßung, Protokoll vom 24.1.2017
  2. Rückblick, u.a. auf die Mitgliederversammlung am 1.4.
  3. Planung zweites Halbjahr und 2018
  4. Stand Kandidaten-Frage für 2019
  5. Sonstiges

Jeder Mensch, der Interesse hat mitzubekommen, was in der Evangelischen Landeskirche Württemberg gerade an Themen diskutiert und entschieden wird, ist herzlich willkommen, einfach mal reinzuschauen und unsere Arbeit kennen zu lernen.

 

 

Notizen von Frühjahrstagung der 15. Landessynode

16.-18. März 2017 im Hospitalhof Stuttgart

 

PfarrPlan – Kürzungen und begleitende Maßnahmen

Mit Spannung wurden die Beratungen über den PfarrPlan erwartet. Dieser stellt Weichen für den Pfarrdienst in den nächsten Jahren. Nach intensiven Beratungen stimmt die Landessynode mit großer Mehrheit den von Oberkirchenrat Wolfgang Traub vorgelegten Zielzahlen für 2024 zu. Danach müssen durchschnittlich 13,2% der Pfarrstellen eingespart werden. Die größte Kürzung trifft den Kirchenbezirk Bad Cannstatt mit 24,4%, die geringste Biberach mit 5,3%. Die Gründe liegen einerseits im Rückgang der Gemeindegliederzahlen und damit mittelfristig der Kirchensteuer, andererseits treten im nächsten Jahrzehnt viele Pfarrerinnen und Pfarrer in den Ruhestand.

Die Synodalen der Offenen Kirche beziehen unterschiedlich Position zu dieser einschneidenden Veränderung. Karl Hardecker sieht keine Alternative zum PfarrPlan. Er rät aber mit Blick auf die reformierte Kirche in der Schweiz, die guten Erfahrungen mit einem breiten Beteiligungsprozess für die kommenden Veränderungsprozesse aufzunehmen. Martin Plümicke sieht PfarrPläne als unvermeidlich an, vermisst aber einen Kirchen und Gemeindeentwicklungsplan. Ohne eine Veränderung bei Gemeinde- und Bezirksstrukturen sowie bei den Verwaltungen sei eine schlichte Kürzung der Pfarrstellen im Grunde nicht zu machen. Um hier weiterzukommen, haben alle Gesprächskreise einen zweijährigen Beratungsprozess angeschoben. Martina Klärle vermisst eine „Kirchenflurbereinigung“ und das intensive Nachdenken, wie mehr Mitglieder gewonnen oder gehalten werden können. Peter Reif als Synodaler aus Bad Cannstatt verweist auf die Unterschiede zwischen Stadt und Land. Für Stuttgart sieht er in einer Zentralisierung der Verwaltung Chancen zur Entlastung des Pfarrdienstes. Er beantragt eine Deckelung der Kürzung von maximal 20% für einen Kirchenbezirk. Dies lehnt die Synode ab. Kerstin Vogel-Hinrichs, künftige Dekanin in Degerloch, hat angesichts der hohen Kirchensteuerentwicklung kein Verständnis für eine Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt. Sie sieht die Kirche vor einer Spirale nach unten und fordert eine Aufschiebung des PfarrPlans, um weitreichende Änderungen in Ruhe planen zu können. Angelika Herrmann ruft zur Zuversicht in den kommenden Veränderungen auf. Elke Dangelmaier-Vinçon kritisiert, im Windschatten des PfarrPlans würden kirchenpolitische Interessen verfolgt. Sie will an der universitären Grundlage für den Pfarrdienst festhalten und plädiert für die Ortsgemeinde. Eine Aufsplitterung in Richtungsgemeinden schwäche Gemeinden und belaste Pfarrerinnen und Pfarrer. Flankierend zum PfarrPlan wurden u.a. zusätzliche Diakonatsstellen geschaffen, diese Personen werden zentral bei der Landeskirche angestellt und sollen auch künftig kirchliche Präsenz in Gemeinden und Bezirken gewährleisten. Martin Plümicke fordert, Pfarrdienst und Diakonat müssten zusammen in den Blick genommen werden. Diese scheitere bislang an der strikten Trennung der Haushaltstöpfe. Angelika Klingel spricht sich für die zentrale Anstellung von Diakoninnen und Diakonen aus und will diesen Berufsstand in seiner Bedeutung gestärkt wissen.

 

„Vierfach evangelisch“ – glauben auf gutem Grund

Landesbischof Frank Otfried July gibt seinen Bericht Abschiebungen nach Afghanistan, der Schutz des Lebens zu Beginn und am Ende sowie eine strikte Begrenzung der Rüstungsexporte sind die gesellschaftlichen Themen im Bericht des Landesbischofs. July setzt diese in Beziehung zu den theologischen Grundbestimmungen Martin Luthers. Er würdigt den ökumenischen Charakter der Reformationsfeiern als Christusfest. Über die Konfessionen hinweg werde deutlich, dass die Kirche in Christus gegründet sei. Quelle und Maßstab christlichen Lebens sei die Bibel. Sie müsse im Gespräch immer wieder neu ausgelegt werden. Die Vielfalt der Deutungen wie der ethischen Entscheidungen spiegle die Vielfalt der Menschen. Damit will der Bischof keiner Beliebigkeit das Wort reden, mahnt aber zu einem sorgsamen Umgang mit der Sprache. „Hass, Lüge und Herabsetzung anderer Gesprächsteilnehmer prägen eine Form der Kommunikation, der wir uns entgegenstellen müssen!“ Dies gelte nicht zuletzt für die innerkirchlichen Debatten, wenn die Landessynode über die Frage der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften oder über den PfarrPlan zu entscheiden habe. Nach der Willkommenskultur für Flüchtlinge muss nun eine Integrationsstruktur geschaffen und Teilhabe ermöglicht werden. Das geschieht durch einen frühzeitigen Zugang zu Sprachkursen, Bildung und zum Arbeitsmarkt. „Dafür stehen wir als Kirche und Diakonie und fordern diese politisch ein“, so July. Abschiebungen nach Afghanistan sind für ihn nicht möglich, die Lage im Land sei viel zu gefährlich. Das solle gegenüber der Landesregierung deutlich gemacht werden. Nachdrücklich stellt sich July hinter die Erklärung zur Begrenzung von Rüstungsexporten, er hoffe auf eine breite Aufnahme in den Gemeinden und übergibt die Broschüre mit dem Text der Öffentlichkeit. Der Landesbischof kritisiert Tests auf einen Gendefekt bei Ungeborenen als Regeluntersuchung in der Schwangerschaftsvorsorge, dies öffne weiter den Weg zu einer Selektion. Das kürzlich gesprochene höchstrichterliche Urteil, Schwerstkranken in extremen Ausnahmefällen einen Anspruch auf Medikamente zur Selbsttötung zu gewähren, sieht er ebenfalls als falsche Entwicklung. "Dadurch wird der Zugang zur aktiven Sterbehilfe weiter geöffnet", kritisiert July.

Für die Offene Kirche nimmt Hellger Koepff die reformatorischen Grundanliegen auf. „Wir müssen mit unserer Botschaft immer wieder neu sprachfähig und tatkräftig werden.“ Unterstützungsbedarf für die Gemeinden sieht er im christlich-muslimischen Dialog, nur eine 75%-Stelle für den Islambeauftragten sei zu wenig. Dass sich der Landesbischof dezidiert hinter die Erklärung zur Begrenzung der Rüstungsexporte stellt, begrüßt die OK ebenso wie seinen Einspruch gegen Abschiebungen nach Afghanistan. Bei der Frage der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften müsse es endlich Fortschritte geben. „Warum können wir in unser Kirche nicht endlich die Einheit in versöhnter Verschiedenheit leben, die wir im ökumenischen Kontext ständig postulieren?“, so Koepff. Bei den kommenden kontroversen Debatten müsse sich die Sprache in der Kirche von der am rechten Rand unterscheiden. Die Reformation war eine Bildungsbewegung. Auf diesem Hintergrund mahnt Jutta Henrich an, steile theologische Aussagen müssten in verständliche Alltagssprache übersetzt werden, damit sie von denen, die nicht zum Kern der Kirche gehören, verstanden werden. Christiane Mörk bestärkt das Bemühen um Zusammenhalt in Kirche und Gesellschaft angesichts steigender Drohungen kirchlicher Gruppierungen, bei unliebsamen Entscheidungen auszutreten. „Europa schottet sich ab wie Amerika, nur brauchen wir keine Mauer, weil wir das Mittelmeer haben“, sagt Elke Dangelmaier-Vinçon. Waffen sind für sie keine Lösung für die globalen Konflikte. Die Steigerung der Rüstungsausgaben, um der 2%-Vorgabe der NATO nachzukommen, sei der falsche Weg. Das Versprechen, 0,7% des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe bereitzustellen, werde seit Jahrzehnten auch nicht gehalten. Marina Walz-Hildenbrand sieht die Politik derzeit auf dem Weg zu einer Abschiebungsstruktur statt zu einer Integrationsstruktur. Hohes ehrenamtliches und diakonisches Engagement baue den Flüchtlingen Brücken in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt. Dies dürfe durch die Verweigerung von Ausbildungsduldungen und durch Abschiebungen nicht zerstört werden. Zur Frage der Sterbehilfe präzisiert Harald Kretschmer, das Bundesverwaltungsgericht habe in seinem jüngsten Urteil keineswegs einer Öffnung zu aktiver Sterbehilfe das Wort geredet Angelika Herrmann wirbt für Gottvertrauen und Gelassenheit in Blick auf den Pfarrplan. Die Kirche müsse den Eindruck vermeiden, statt der reformatorischen Grundbegriffe wie „allein aus Gnade“ gehe es in der Kirche „allein um Zahlen“.

 

Land in Sicht – Kirche in ländlichen Räumen

Was ist das Besondere der Kirchengemeinden im ländlichen Raum? Damit befasste sich die Synode bei einem Themenhalbtag. Kirchenrat Dr. Thomas Schlegel, Referatsleiter der Evang. Kirche in Mitteldeutschland und zuständig für Gemeinde und Seelsorge, sieht die Kirche großem Veränderungsdruck ausgesetzt. Allerdings gebe es keine einheitliche Entwicklung, sie verlaufe in jedem der 35.000 Dörfer Deutschlands anders. Die Kirche hat einerseits Anteil an den Schrumpfungsprozessen im ländlichen Raum, andererseits hat sie den Auftrag dort präsent zu sein, der Weg des Rückzugs sei ihr versperrt. Es dürfe keine weißen Flecken in der kirchlichen Landkarte geben. Aber: „Gerade wo das Engagement am nötigsten ist, ist es am schwierigsten.“ Studien in nord- und ostdeutschen Kirchen hätten gezeigt, dort wo fast nichts mehr läuft, entsteht neues ehrenamtliches Engagement. Ehrenamtliche werden zum Gesicht der Kirche. „Kirche in ländlichen Räumen wird künftig vielfältiger sein“, ist Schlegel überzeugt. Es komme häufig auf einzelne Persönlichkeiten an. Die eine Lösung für eine ganze Landeskirche könne es nicht geben. Kirchenleitung habe die Aufgabe, Vielfalt zu ermöglichen. Der Vortrag ist nachzulesen unter: www.elk-wue.de/fileadmin/Downloads/Wir/Synode/2017/01_Fruehjahrstagung/Berichte_und_Reden/TOP_15_-_Zukunft_der_Kirche_in_Laendlichen_Raeumen_-_Dr._Thomas_Schlegel.pdf

Die Synodalen bearbeiteten in Arbeitsgruppen acht Themenfelder von der Rolle der Ehrenamtlichen bis zum Pfarrdienst, vom Älterwerden im ländlichen Raum bis zur Kooperation mit Nachbargemeinden oder Vereinen. Die Arbeit der Diakoninnen und Diakone kam ebenso in den Blick wie die Bedeutung der Landwirtschaft.

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Stuttgart sieht in der Landwirtschaft nach wie vor das Rückgrat des ländlichen Raums. Daneben seien potente Firmen wichtig, die dort Arbeitsplätze für die anbieten, die aus der Landwirtschaft aussteigen müssen. Herausforderungen seien die Verbesserung der Mobilität und der pflegerischen und medizinischen Situation. Dazu brauche es eine intensive Zusammenarbeit zwischen Kirchen und Kommunen etwa durch Diakoniestationen oder in der Beratung und Begleitung der Landwirtschaft wie in der Seelsorge.

Dr. Clemens Dirscherl, Geschäftsführer des Evangelischen Bauernwerks in Württemberg und EKD-Agrarbeauftragter, sieht in den dörflichen Lebenswelten eine Schicksalsgemeinschaft mit hoher integrativer Kraft. Die Kirche biete wesentliche Angebote und könne viele Ehrenamtliche gewinnen. Dirscherl mahnt die Beteiligung der Bäuerinnen und Bauern bei kirchlichen Stellungnahmen zur Landwirtschaft an. Kirche müsse Landerfahrungen der Menschen nutzen, damit sich eine neue Schöpfungsspiritualität entwickeln kann, etwa bei Hofgottesdiensten oder Kräuterwanderungen mit biblischen Besinnungen. Die Wertigkeit des täglichen Brotes werde auf dem Land elementar wahrgenommen. So könnten Verbraucher entscheiden, ob sie mehr Geld fürs Essen oder für die Metalliclackierung am Auto ausgeben.

 

Kirche trotzt Armut und Ausgrenzung

Das muss auch künftig gelten. Darum stellt Markus Mörike, Vorsitzender des Ausschusses für Diakonie, die Neuauflage der Teilhabegutscheine vor. Mit dem großen Teilhabegutschein (in Nachfolge der seitherigen Beschäftigungsgutscheine) wird Menschen eine Anstellung erleichtert. Als neues Angebot gibt es daneben die „kleinen Teilhabegutscheine“. Mit diesen können Kirchengemeinden den Menschen, die es sich sonst nicht leisten könnten, ermöglichen am kulturellen und sportlichen Leben teilzunehmen. „Sind die Eltern arbeitslos, leiden die Kinder mit. Da muss ein Kindergeburtstag mit den Freunden ausfallen, weil kein Geld da ist“, nennt Mörike als Beispiel. Arbeitslosigkeit sei eine Hauptursache für Armut, unterstreicht Rainer Hinderer. Er begrüßt das Engagement der Kirche für die Armen und fordert, die Finanzierung der Gutscheine noch 2017 sicherzustellen. Peter Reif hofft auf eine breite Information der Gemeinden, damit die Unterstützung auch in der Fläche ankommt.

 

Freiheit der Religionen heute?

In der aktuellen Stunde setzt sich die Synode mit dem jüngsten Urteil des EuGH auseinander, dass Betriebe religiöse Symbole am Arbeitsplatz untersagen können. Iris Carina Kettinger hält den Rückzug der Frömmigkeit in den privaten Raum für keine Option für Christen. Kirche müsse ihre Orientierungsangebote in die multireligiöse Gesellschaft einbringen und die Entwicklungen konstruktiv, aber auch kritisch begleiten. Christiane Mörk hält die Präsenz religiöser Symbole, auch der Kopftücher, in der Öffentlichkeit für wichtig, nur durch Selbstverständlichkeit könne Versöhnung wachsen. Waltraud Bretzger verweist darauf, dass religiöse Symbole zunehmend von kommunalen Repräsentanten mit dem Argument angeblicher Neutralität abgelehnt werden. Sie fordert dazu auf, offen und gelassen die eigene christliche Glaubensüberzeugung in der Öffentlichkeit zu zeigen.

 

Kurz notiert

·         Harald Kretschmer übergibt den Vorsitz des Ausschusses für Mission, Ökumene und Entwicklung an Viola Schrenk. Die promovierte Theologin ist Gemeindepfarrerin in Lorch-Waldhausen und gehört wie Kretschmer zur Offenen Kirche.

·     Supervision soll künftig im Pfarrdienst selbstverständlich sein. Christiane Mörk sieht darin eine wichtige Unterstützung für den anspruchsvollen Pfarrberuf. Robby Höschele fordert die Gleichbehandlung der Berufsgruppen.

·   Zwischen Offener Kirche und OKR ist umstritten, wie Vorsorge für Schwankungen bei den Kirchensteuereinnahmen getroffen werden soll. Während Oberkirchenrat Martin Kastrup auf langfristige Sicherheit setzt, will Martin Plümicke den Anstieg der Rücklagen begrenzen und lieber mehr Geld an die Gemeinden ausschütten.

·     Die evangelische Ausländerseelsorge, vor allem an Menschen aus dem arabischen Raum, wird finanziell besser ausgestattet.

 

Informationen zum PfarrPlan: www.pfarrplan2024.de und https://www.service.elk-wue.de/oberkirchenrat/theologische-ausbildung-und-pfarrdienst/referat-31-planung-einsatz-verwaltung-pfarrdienst/pfarrstellen-dienstauftraege-und-stellenbesetzungen/pp10.html

 

Informationen zur Offenen Kirche: www.offene-kirche.de

 

Bericht: Hellger Koepff, Biberach

 

 

Eindrücke von der Verleihung des AMOS-Preises am 12. März 2017

Am 12. März 2017 wurde in der Erlöserkirche in Stuttgart der AMOS-Preis 2017 der Offenen Kirche verliehen. Den AMOS-Preis erhielt Dekanin Christiane Quincke aus Pforzheim, den Sonderpreis Jessica Schukraft und Iyen Jobs.

Ausführliche Berichte und einige Bilder finden sich hier: https://www.offene-kirche.de/214.html.

Unser Team-Mitglied Matthias Hestermann hat die Feier fotografiert.Seine Bilder finden sich hier: https://www.flickr.com/gp/mhestermann/ma21P5.

 

 

OK-Team Treffen am 24. Januar 2017

Wir laden herzlich ein zum ersten Treffen des OK-Teams im neuen Jahr!

 

Wann: Dienstag, den 24. Januar 2017, 19.30 Uhr

Wo: Evang. Gemeindehaus in Faurndau, Kleiner Sitzungssaal
       Sommerhalde 21, 73035 Göppingen-Faurndau

 

Tagesordnung:

     1) Begrüßung, Protokoll vom 26.10.2016

     2) Kurzbericht Bezirks-Vertreter-Versammlung am 14.1.2017

     3) Kurzer Blick auf die Landessynode

     4) Situation der OK im Bezirk (Suche KandidatInnen, junge Leute, Netzwerk)

     5) Planung 2017 (Veranstaltung? Mitgliederversammlung?)

     5) Sonstiges

 

 

Notizen von der Herbsttagung 2016 der Landessynode

Zustimmung zur EKD-Grundordnung
Die Landessynode hat den Weg für eine Änderung der Grundordnung der Evangelischen Kirche in Deutschland freigemacht. Danach ist die EKD „als Gemeinschaft der Gliedkirchen Kirche“. Die OK-Synodalen Jutta Henrich, Hellger Koepff und Karl Hardecker sprachen sich für eine Stärkung der EKD aus. Eine starke evangelische Stimme in der Öffentlichkeit tut auch Württemberg gut. Die konfessionellen Kirchenbünde der Lutheraner und der Unierten, zu denen Württemberg nicht gehört, werden in ihrer Bedeutung zugunsten der Evangelischen Kirche in Deutschland relativiert. Die Synode musste mit einer 2/3-Mehrheit zustimmen: 70 Synodale votierten mit Ja, 7 dagegen, 14 enthielten sich.
Oberkirchenrat Ralph Charbonnier aus Hannover rückt das gemeinsame Verständnis der biblischen Texte bei unterschiedlichen Bekenntnissen als Kennzeichen der EKD in den Mittelpunkt seines Grußwortes.

 

Strategische Planung der Landeskirche
Landesbischof Frank O. July stellt die Strategische Planung des Oberkirchenrates für die kommenden Jahre vor. Sie formuliert Antworten auf die gesellschaftlichen Trends, man wolle in der Wertediskussion Präsenz zeigen, die Ehe und Familien stärken, das Personalwesen der Landeskirche weiterentwickeln, die Digitalisierung gestalten und ein zukunftsfähiges Kommunikationskonzept für die Landeskirche erarbeiten.
Der OK greift die strategische Planung zu kurz. Martin Plümicke erwartet, die Kirche ist auch den kommenden Jahren in allen Lebensbereichen präsent und hat die Veränderungen in der Gesellschaft wahrgenommen. Intern fordert er zukunftsfähige Strukturen, damit kirchliche Arbeit in der Fläche auch bei geringeren Ressourcen gelingen kann.
Karl Hardecker sieht im Glauben an die Rechtfertigung eine Antwort auf die gegenwärtigen Megatrends wie die Phänomene des Burnout. Die Bedrängnis durch die aktuellen Nöte der Welt wie der innerkirchlichen PfarrPlan-Prozesse sei nicht genügend zur Geltung gekommen.
Iris Carina Kettinger begrüßt, dass nicht ständig neue Projekte initiiert werden, Menschen erwarten Verlässlichkeit kirchlichen Handelns. Sie plädiert hinsichtlich des Ziels „Ehe und Familie stärken“ für einen erweiterten Familienbegriff, der alle Lebensformen umfasst.
Jutta Henrich erinnert an die sozialen Herausforderungen, vor denen Kirche und Gesellschaft stehen. Werner Pichorner ermutigt Gemeinden zur Freiheit bei der Reduktion von Gottesdiensten. Elke Dangelmaier-Vinçon vermisst eine wirkliche Reaktion auf die Herausforderungen der Globalisierung. Die Nöte der Geschwister in der weltweiten Kirche müssen von uns ernstgenommen werden. „Wo übernehmen wir Verantwortung für das Klima, wo unsere Verantwortung für das gesellschaftliche Klima? Wo werden die Werte sichtbar, wenn ein Wort zu den Rüstungsexporten lange zerredet wird? Wo wird sichtbar, was wir predigen?“
Angelika Klingel begrüßt die weite Deutung des Familienbegriffs, alle Lebensformen sind nun landeskirchlich im Blick. Kirche müsse Familien in allen sensiblen Lebensphasen begleiten.

 

Zusammenwachsen – Gemeinden und Pfarrdienst für die Zukunft
Der PfarrPlan und die Kürzungen bei den Pfarrstellen beschäftigen die Synodalen intensiv im Plenum und im Gesprächskreis.
Karl Hardecker stellt für den Theologischen Ausschuss das Konzept vor, weitere Zugangswege ins Pfarramt zu eröffnen. Auf die wissenschaftliche Qualität der Ausbildung wird dabei geachtet werden. In den kommenden Jahren werden so 15 Personen zusätzlich in den Pfarrdienst aufgenommen. Das Verhältnis von Sonderpfarrstellen zum Gemeindepfarrdienst soll erhalten bleiben. Der PfarrPlan werde enorme Einschnitte in Gemeinden und Bezirken bringen, umso mehr müssten die verschiedenen Entlastungsmaßnahmen, die die Synode eben auch auf den Weg bringt, mit kommuniziert werden.
Hellger Koepff dankt den Pfarrerinnen und Pfarrern im Sonderpfarrdienst für die engagierte Arbeit, die Menschen erreicht, in den Gemeinden nicht erreicht werden. Elke Dangelmaier-Vinçon erinnert an die Schnittstellen der Kirche in die Gesellschaft. Wenn in Bereichen wie dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt oder beim Dialog mit Juden oder Muslimen gekürzt wird, stehen diese Bereiche grundsätzlich in Frage.

Für den Strukturausschuss stellt dessen Vorsitzender Matthias Hanßmann (LG) einerseits fest, ein PfarrPlan 2024 sei erforderlich. Umso mehr sei aber wichtig, dass die Gemeinden und Bezirke bei den notwendigen Strukturveränderungen massiv unterstützt werden.
Dazu wird ein Strukturfonds für die Gemeinden eingerichtet, durch den 2018 und 2021 jeweils 15 Mill. Euro an Gemeinden und Bezirke ausgeschüttet werden. Elke Dangelmaier-Vinçon beantragt weitere finanzielle Unterstützung in Höhe von 20 Mill. Euro zur Aufstockung etwa der Pfarramtssekretariate oder in den Verwaltungen.
Weiterhin werden 30 Diakonenstellen eingerichtet, die in den Bezirken Entlastung des Pfarrdienstes bieten werden. Für das Theologiestudium soll intensiv geworben werden, Pfarrerinnen und Pfarrer werden auch in Zukunft sehr gebraucht. Für neue innovative Gemeindeformen werden ebenfalls Mittel an die Gemeinden ausgeschüttet.
Anita Gröh fordert Strukturveränderungen auch auf landeskirchlicher Ebene. Martin Plümicke vermisst eine inhaltliche Strategie als notwendige Ergänzung der Finanzstrategie. Peter Reif fordert eine gute Kommunikation zum PfarrPlan in den Kirchenbezirken. Angelika Herrmann bringt die Stimmung aus den Kirchenbezirken zur Sprache und fragt nach zukunftsfähigen Strukturen.

 

Die Landeskirche hat derzeit große finanzielle Spielräume
Oberkirchenrat Martin Kastrup und der Vorsitzende des Finanzausschusses Michael Fritz (LG) berichten von stabilen Einnahmen der Landeskirche. Die zusätzlichen finanziellen Spielräume sollen zum einen für Projekte und die Unterstützung der Gemeinden verwendet werden, zum anderen soll Vorsorge für schlechtere Zeiten getroffen werden. Die wirtschaftliche und politische Großwetterlage sowie die Veränderungen in der Mitgliedschaft bedeuten jedoch ein Risiko für die kommenden Jahre.

Anita Gröh berichtet als Vorsitzende über die Schwerpunkte im Ausschuss für den Ausgleichsstock. Sie beklagt steigende Mehrkosten bei der Umsetzung vieler Bauprojekte gegenüber der Planung und verlangt im Namen des Ausschusses mehr Kostendisziplin durch die Kirchengemeinden. Dazu sollten die Gemeinden das Angebot einer Projektsteuerung vor allem bei größeren Maßnahmen in Anspruch nehmen. 300 Pfarrhäuser seien inzwischen energetisch verbessert, weitere folgen.

Für die Offene Kirche würdigt Angelika Klingel den Haushaltsplan. Zwei kg oder 727 Seiten voll mit Aufgaben, Arbeitsfeldern, Projekten und Planungen eröffnen Spielräume für die Gestaltung auf landeskirchlicher Ebene wie in den Gemeinden. Die Landessynode habe sich insbesondere bei der Flüchtlingshilfe in den letzten Jahren sehr flexibel gezeigt, darüber ist die Offene Kirche froh.
Angesichts des Rückgangs braucht das Pfarramt Entlastung gerade im Verwaltungsbereich, damit die weniger werdenden Pfarrerinnen und Pfarrer verstärkt das tun, wozu sie ausgebildet sind. Die Diakoninnen und Diakone sollen in ihrem eigenen Berufsprofil gestärkt werden, sie sind keine „Hilfsscheriffs“ der Pfarrerinnen und Pfarrer sondern ein eigener Berufsstand mit eigenem Profil und Berufung, so Klingel.
Für die Offene Kirche gelingt die Gewinnung neuer Kirchenmitglieder, wenn Kirche dort aktiv ist, wo die Menschen sind und nicht zu warten, bis sie zu uns kommen. Das heißt in der Arbeitswelt, an den Hochschulen, Schulen und Krankenhäusern präsent zu sein und nicht den Rückzug anzutreten. Wenn man in die Zukunft der Kirche investieren will, muss man Sonderpfarrstellen ausbauen und nicht verstärkt reduzieren.
Nach Ansicht der Offenen Kirche muss die Landeskirche aktiv in die Gesellschaft hinein wirken. Sie muss Stellung beziehen angesichts der großen alarmierenden Linien der Geschichte, die gerade in unserem Land und auf der Welt geschrieben werden. Die Menschen erwarten von uns ein Wort der Orientierung: gegen Unrecht und Zerstörung, für Zusammenhalt und Fürsorge. Das bedeutet ein klares Nein zu Rüstungsexporten, die konsequente Umsetzung von Inklusion und Chancengerechtigkeit, eine Stärkung der Sonderpfarrämter als „Nahtstelle“ zur Gesellschaft. Kirchengemeinden sollen sich an ökumenischen Energiegenossenschaften beteiligen können.
Werner Pichorner unterstreicht die Bedeutung der landeskirchlichen Tagungshäuser. In ihnen geschieht Verkündigung und Seelsorge, Innovationen werden entwickelt. Durch das gemeinsame Management dürften die Tagungsstätten nicht gegängelt werden. Martina Klärle bringt die Hoffnung zum Ausdruck, das Engagement der Landeskirche in Windkraft sei nicht allein den niedrigen Zinsen geschuldet. Sie hofft, die Gemeinden können sich künftig auch in diesem Feld engagieren. Christiane Mörk spricht sich für eine Beibehaltung der kirchlichen Hochschule für Kirchenmusik aus, in staatlichen Hochschulen gerate die Kirchenmusik immer mehr ins Hintertreffen. Robby Höschele wirbt für ein Budget für den Arbeitsbereich Kirche und Kunst, neben der Musik stelle bildende Kunst einen wesentlichen Arbeitsbereich der Kirche dar.

 

Anträge der OK zu Wahl und Arbeitsweise der Landessynode und in der Landeskirche
Ein erfolgreicher OK-Antrag bewirkt: Nicht mehr der Oberkirchenrat sondern die Synode beschließt über Aufwandsentschädigung für ihre Mitglieder. Es ging keineswegs um Selbstbedienung, vielmehr sollte die Synode gegenüber dem Oberkirchenrat gestärkt werden.
Beim Wahlrecht war es Martin Plümicke, der Elemente der Verhältniswahl in der Kirche einführt sehen wollte. Dieses bildet nach Meinung der OK den Wählerwillen besser ab als die reine Persönlichkeitswahl. Weiter sollte die Geschäftsordnung der Synode stärker demokratischen Gepflogenheiten folgen, damit endlich die Realität der Gesprächskreise auch rechtlich ernst genommen wird. Für diese beiden Anträge gab es trotz unterstützender Voten von Markus Mörike und Elke Dangelmaier-Vinçon kein Verständnis bei der Mehrheit der Synode.
Die Beauftragte für Chancengleichheit der Landeskirche wird auch weiterhin bei Personalentscheidungen in der Landeskirche nur unzureichend einbezogen sein – ein entsprechender Antrag von Angelika Klingel ist abgelehnt. Sie fordert weitergehende Maßnahmen.

 

OK-Pfarrerinnen als Mitglieder des Kirchlichen Verwaltungsgerichts gewählt
Die Synode wählte Kerstin Vogel-Hinrichs, Pfarrerin in Asperg, als ordentliches Mitglied des Gerichts, Stellvertreterin ist Viola Schrenk, die promovierte Pfarrerin kommt aus Lorch-Waldhausen.

 

Förmliche Anfragen der Offenen Kirche
Anita Gröh verlangt Klärung, welche Rechte die Synodalen in den Gremien der Kirchengemeinden und Kirchenbezirke haben. Nach Auskunft von OKR Michael Frisch werden Synodale an ihrem Wohnort in den Kirchengemeinderat eingeladen, in die Kirchenbezirksausschüsse nach dem entsprechenden Beschluss der Bezirkssynode. In beiden Gremien ist die beratende Teilnahme auch im nichtöffentlichen Teil möglich.
Ruth Bauer fragt wie die Landeskirche die Einführung der E-Mobilität unterstützen kann. OKR Ulrich Heckel informiert über ein Projekt, das die Einführung von Elektrofahrzeugen in Diakoniestationen unterstützt werden soll. Weitere Unterstützung für kirchliche Beschäftigte wird eine der Hauptaufgaben der Projektstelle Klimaschutz sein.

 

Christliche Partner im Libanon
Viola Schrenk berichtet von einer Delegationsreise von Synodalmitgliedern in den Libanon. Die Syrienkrise trieb über eine Million Flüchtlinge in das kleine Land. So kommen auf ca. drei Millionen Libanesen 1,5 Millionen Flüchtlinge. Die christlichen Kirchen engagieren sich in der Bildungsarbeit im Sinne der Friedenserziehung. Besonders verbunden mit Württemberg sind die Schneller-Schulen, hier wird kultur- und religionsübergreifende Bildung von libanesischen Kindern und Flüchtlingskindern in christlichem Geist geleistet.

 

65 Millionen weltweit auf der Flucht
Die Not der Geflüchteten weltweit und der verfolgten Christen wird von Jahr zu Jahr größer, wie Klaus Rieth berichtet. Die oft kleinen christlichen Gemeinden engagieren sich in den Fluchtländern. In den Ländern des Mittleren Ostens spitzt sich die Situation zu, besonders in Syrien und dem Irak. In den Staaten Zentralasiens, die früher zur Sowjetunion gehört hatten, wäre völkerrechtlich verbriefte Religionsfreiheit für alle Minderheitsreligionen dringend nötig. Aber auch in Urlaubsländern wie der Türkei oder Ägypten, Mexiko oder Kuba sind Christen massiven Repressionen und Bedrohungen ausgesetzt.
Synodale aller Gesprächskreise rufen zum Gebet auf und dazu weiterhin flüchtlingsbereite Kirche zu sein, was Landesbischof Frank Otfried July bestätigt. Angelika Klingel macht auf die Flüchtlinge in Afghanistan, die aus Deutschland wieder abgeschoben werden sollen, aufmerksam. Die Lage dort rechtfertige, wie die Flüchtlingsbeauftragten der Bezirke feststellen, keine Abschiebungen. Elke Dangelmaier-Vinçon appelliert im Namen des Gekreuzigten aufnahmebereit für Flüchtlinge zu sein. Kerstin Vogel-Hinrichs will den Bericht weit verbreitet sehen: http://www.elk-wue.de/fileadmin/Downloads/Wir/Synode/2016/03_Herbsttagung/Berichte-Reden/TOP_21_-_Verfolgungssituation_-_Klaus_Rieth.pdf
Auf Antrag von Carola Hoffmann-Richter diskutiert die Synode über einen Abschiebestopp für Roma nach Serbien. Die Lage dort ist auch nach Aussage der Diakonie menschenunwürdig gerade im Winter. Daher wird der Oberkirchenrat gebeten sich beim Land für eine sofortige Aussetzung der Rückführung von Roma-Familien nach Serbien einzusetzen.

 

Christlicher Glaube in Zeiten einfacher Antworten
Einfache Antworten haben derzeit Konjunktur in Amerika wie in Deutschland. Was ist da der kirchliche Auftrag und was bedeutet uns das Kreuz? Dem widmete sich die Synode in der Aktuellen Stunde. Synodale der Offenen Kirche sprachen sich dafür aus, plakative Antworten nicht ebenso plakativ zu kontern – ohne in Ausgewogenheit jedem Recht zu geben. Das Kreuz als Zeichen der Liebe Gottes hilft, nicht schnell zu urteilen, wie es im Netz heute gang und gebe ist. Stattdessen können Christen ihre Welt barmherzig wahrnehmen und reflektiert diakonisch und politisch handeln.

 

Eine Welt und gerechter Friede – Erklärung zu Rüstungsexporten aus Deutschland
Der kirchliche Friedensauftrag ist integraler Bestandteil des Missionsauftrages, betont Harald Kretschmer in Weiterführung des Ringens um Gerechtigkeit und Frieden bei der Heilbronner Sommersynode. Martina Klärle erinnert an die Verantwortung für die Klimagerechtigkeit, der Klimawandel treibt heute und in Zukunft Menschen in die Flucht. Carola Hoffmann-Richter fragt, ob württembergische Christen bereit sind, sich von den Christen, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind, selbst verändern zu lassen?
Nach mehrjährigem Diskussionsprozess verabschiedet die Landessynode mit überwältigender Mehrheit eine Erklärung, die Rüstungsexporte weitgehend unterbunden sehen will. Der Landesbischof wird diese Erklärung für die Landeskirche abgeben. Sie kann unter dem Link abgerufen werden: http://www.elk-wue.de/fileadmin/Downloads/Wir/Synode/2016/03_Herbsttagung/Antraege/Antrag_Nr._73-16_-_Ruestungsexporte_-_TOP_24.pdf

 

Neue Haushaltsordnung ab 2020
Das Rechnungswesen der Landessynode soll zum Jahr 2020 weitgehend auf das Kaufmännische Buchungswesen (Doppik) umgestellt werden. Dafür hat die Synode die Grundlagen beschlossen. Kontrovers diskutiert wurde, in welcher Form und Höhe Rücklagen für Gebäude und deren Erhaltung gebildet werden können. Der Offenen Kirche war wie den anderen Gesprächskreisen auch wichtig, die Gemeinden werden den gleichen Betrag wie derzeit in Gebäuderücklagen geben müssen – aber auch nicht mehr. Eine höhere Rücklagenbildung würde die finanziellen Spielräume zu sehr eingrenzen.
Strittig war, ob Erbschaften automatisch dem Vermögensgrundstock zugeführt werden müssen oder den Gemeinden zur Verwendung zur Verfügung stehen. Hier wurden die Grenzen angehoben und damit die Spielräume für die Gemeinden vergrößert.

 

Bericht aus der EKD-Synode
Jutta Henrich und Andrea Bleher (LG) berichten über die schwierige Situation der luth. Kirche in Ungarn, die sich als flüchtlingsfreundlich positioniert hat.
Zum Verhältnis von Christen und Juden hat die EKD-Synode beschlossen: „Weil Israel Gottes erwähltes Volk ist und bleibt, wurden alle Bemühungen, Juden zu einem Religionswechsel zu bewegen zurückgewiesen. Zugleich wurde formuliert: Christen bekennen sich zu Jesus Christus, dem Juden, der als Messias Israels der Retter der Welt ist“.

 

Trauung für alle
Am Rande der Synode wurden Synodalpräsidentin Inge Schneider 23.500 Unterschriften überreicht. Die Unterzeichner fordern in einer von Markus Schneider und seinem Mann initiierten Online-Peti­tion die kirchliche Trauung für alle, die in verbindlichen Lebensformen leben und dies wünschen, vor allem für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Die Württembergische Landeskirche ist mittlerweile die einzige in der EKD, in der das noch nicht möglich ist. Die Synodalen werden im kommenden Juni bei einem Klausurtag Wege dafür suchen.

 

Bericht: Hellger Koepff, Biberach

OK-Team am 26. Oktober 2016

Das OK-Team Göppingen-Geislingen trifft sich wieder und lädt alle Interessierten herzlich ein!

 

Wann: Mittwoch, den 26. Oktober 2016, 19.30 Uhr

Wo: Evang. Gemeindehaus Faurndau
       Sommerhalde 21, 73035 Göppingen-Faurndau
       Kleiner Sitzungssaal

 

 

 

 

Eindrücke vom Vortrag von Dr. Johannes Friedrich

Am 30. September 2016 hielt Dr. Johannes Friedrich, Bischof a.D. der Evangelischen Landeskirche in Bayern, in der Stiftskirche in Faurndau einen Vortrag unter dem Titel "Luther aufs Maul geschaut". Es ging um die neue Revision der Lutherbibel anlässlich des Jubiläums 500 Jahre Reformation, die im Oktober erscheint

Bischof Friedrich erzählte spannend über die Geschichte der Revisionen der Lutherbibel seit dem 16. Jahrhundert und über den komplexen Prozess der nun zu Ende gebrachten Revision 2017, die er als Vorsitzender der Deutschen Bibelgesellschaft von Beginn an begleitete. Eindrücklich zeigte er auf, welche Zielsetzungen der schonenden Revision des Textes zu Grunde gelegt wurden und was sich daraus dann im einzelnen ergab.

Die Entscheidung, viele Stellen sprachlich wieder an die Originalausgabe Luthers anzugleichen, wurde beim Publikum nicht einhellig begrüßt. Die an den Vortrag anschließende lebhafte Diskussion zeigte, dass viele Zuhörer eine Revision bevorzugt hätten, die die Luther-Bibel näher an die heutige Alltagssprache heranführt. Aber auch der Umgang mit Stellen, die von Luther nicht korrekt übersetzt wurden, wurde lebhaft diskutiert. Dr. Friedrich verstand es, die Einwände aufzunehmen und dennoch das Anliegen der neuen Revision verständlich zu machen.

 

 

Gesprächsabend "Muslime bei uns"

Herzliche Einladung an alle interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürger zu einem Gesprächsabend der Offenen Kirche Göppingen/Geislingen

 

Muslime bei uns –

Chancen und Konflikte

 

Freitag, 20.11.2015, 19.15 Uhr

in der Galerie Stepanek, Faurndau

(Filseckstr. 9, hinter der Stiftskirche Richtung Sparwiesen)

 

Zu diesem Thema wird zunächst

Pfarrer Heinrich Georg Rothe, DIMOE,

Islambeauftragter der
Evangelischen Landeskirche in Württemberg

 

ein kurzes Input – Referat halten, an das sich dann
eine ausführliche Diskussion anschließen wird.
Fragen gibt es sicher genug.

 

Der Eintritt ist frei, für Getränke ist gesorgt.

 

Eindrücke vom 1. Treffen des OK-Netzwerks Geislingen-Göppingen am 15. Juli 2015

Bericht über die Sommertagung der Landessynode von 3. bis 6. Juli 2015 ist online

Sie finden den ausführlichen Bericht von Hellger Koepff, Dekan in Biberach/Riss und Mitglied der Landessynode aus dem Gesprächskreis Offene Kirche, unter "Landessynode / Aus der 15. Landessynode"

 

 

 

Nächstes Treffen

Die Offene Kirche Göppingen-Geislingen trifft sich das nächste Mal am:

Dienstag, den 9. Juni 2015, um 19.30 Uhr

in Geislingen im Haus der Begegnung

Bahnhofstraße 75
73312 Geislingen an der Steige

Wir hoffen, an diesem Abend den neuen Dekan des Evangelischen Kirchenbezirks Geislingen, Martin Elsässer, zu Gast zu haben.

 

 

Bilder von der Frühjahrstagagung 2015 der Landessynode

Frühjahrs-Sitzung 2015 der Landessynode / Eine Besuchergruppe aus Geislingen / Werner Stepanek ist stellvertretender Vorsitzender des Landessynode

 

 

 

Bericht zur Frühjahrstagung 2015 der Landessynode ist online

Hellger Koepff, Dekan in Biberach und Mitglied der Landessynode für die Offene Kirche, hat uns wieder einen umfassenden Bericht von der gerade zu Ende gegangenen Frühjahrstagung 2015 der Landessynode zur Verfügung gestellt. Sie finden ihn unter "Landessynode / Aus der 15. Landessynode".

 

 

 

Fastenbrief der Offenen Kirche

Im Februar 2015

100 Jahre nach dem ersten und 75 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg nehmen wir mit Erschrecken wahr, wie schnell sich auch im scheinbar befriedeten Europa wieder ein neuer Krieg aus einem lokalen Konflikt heraus entwickeln kann.

Die im Ökumenischen Rat verbundenen Kirchen haben nach 1945 einmütig den Krieg als Mittel der Politik geächtet. Sie haben in den 1980er Jahren einen ökumenischen konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung begonnen. Die ökumenischen Versammlungen von Vancouver 1983 über Dresden und Basel 1989, Seoul 1990, Graz 1997, Harare 1998, Porto Allegre 2006, Kingston 2011 bis Busan 2013 sind sich einig im

Leitbild des gerechten Friedens: 

Gerechtigkeit ist der Boden, auf dem Frieden gedeihen kann. Gott will, dass alle Menschen Leben  und volles Genüge haben und damit  Anteil bekommen an der Entwicklung einer Gemeinschaft, in der sie sicher wohnen und frei von Unterdrückung und wirtschaftlicher Ausbeutung leben können. Und: Frieden muss nicht nur zwischen Menschen und Völkern, sondern auch mit der Erde geschlossen werden.

Noch immer ist aber - auch in unserer Kirche - die individualistische Bibelauslegung vorherrschend. Sie besagt, dass Streben nach Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung nichts mit dem Glauben zu tun habe. Von daher lassen wir z.B. stillschweigend zu, dass U-Boote und Kriegsschiffe, Kampfjets und Militärhubschrauber, Panzer und Raketenwerfer, Sturmgewehre und Maschinenpistolen, Lizenzen zur Waffenproduktion und ganze Rüstungsfabriken weltweit geliefert werden und Deutschland nach den USA und Russland der drittgrößte Waffenexporteur der Welt geworden ist.

Die Texte des konziliaren Prozesses der ökumenischen, weltweiten Christenheit widersprechen solchen zerstörerischen Entwicklungen einmütig und eindeutig (s. Bernd-Dieter Fischer Hrg., Gerechtigkeit, Friede, Bewahrung der Schöpfung, Ein Brevier für den ökumenischen Pilgerweg der Kirchen, Berlin 2014):

Sie fordern eine dreifache radikale Umkehr:

  1. Eine Umkehr zur Gewaltlosigkeit und zur Ächtung jeglicher militärischer Konfliktlösung. Es ist nicht Aufgabe der Kirchen, das Mittel der Gewalt als ultima ratio (wenn alle gewaltlosen Mittel ausgeschöpft sind) theologisch zu begründen und damit den Einsatz von Waffen zu sanktionieren oder gar zu fordern. Vielmehr gilt: „In ihrem Bekenntnis zur Vision eines gerechten Friedens müssen sich Christen und Kirchen gleichermaßen der Herausforderung stellen, alle theologischen oder anderen Recht-fertigungen militärischer Einsätze aufzugeben und zu einer koinonia (=Gemeinschaft) zu werden, die sich dem Streben nach einem gerechten Frieden widmet.“ (Internationale Ökumenische Friedenkonvokation in Kingston/Jamaica 2011)
  2. Die Umkehr zu einer Wirtschaftsordnung, die auf die Sicherung des Gemeinwohls ausgerichtet ist und nicht mehr auf das für die Erde und die menschliche Gemeinschaft tödliche Ziel eines Wachstums um jeden Preis. „Als gläubige Menschen können wir nicht akzeptieren, dass Reichtum in den Händen einiger weniger Privilegierter konzentriert wird. Globale Möglichkeiten müssen mit globalen Regeln und globale Vermarktung mit einem globalen Netz der Solidarität einhergehen. (Europäische ökumenische Versammlung in Graz 1997)
  3. Die Umkehr zu einem weltweit solidarischen Verbrauch der Güter dieser Erde auf der Basis der Erhaltung der planetarischen Lebensgrundlagen. „Umkehr zu Gott bedeutet heute die Verpflichtung einen Weg zu suchen aus der Trennung zwischen dem Menschen und der übrigen Schöpfung, aus der Herrschaft des Menschen über die Natur, aus einem Lebensstil und aus wirtschaftlichen Produktionsweisen, die die Natur schädigen, aus einem Individualismus, der die Integrität der Schöpfung zugunsten privater Interessen schändet in eine Gemeinschaft der Menschen mit allen Geschöpfen, in der deren Rechte und Integrität geachtet werden." (Europäische ökumenische Versammlung in Basel 1989)

Nach den Worten des Generalsekretärs des Ökumenischen Rates der Kirchen geht es nicht darum „zu diskutieren, ob wir als Gemeinschaft von Kirchen etwas verändern können, sondern vielmehr darum zu überlegen, wie und mit wem wir unseren Beitrag leisten.“

Am Beginn der Fastenzeit 2015 lädt die OFFENE KIRCHE Württemberg Christinnen und Christen, Kirchengemeinden, Einrichtungen und Institutionen der Landeskirche und darüber hinaus ein, mitzugehen auf dem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens, einer Initiative der ÖRK-Mitgliedskirchen: „sich zusammen auf die Suche zu begeben, um die wahre Berufung der Kirche durch ein gemeinschaftliches Engagement für die äußerst wichtigen Anliegen der Gerechtigkeit und des Friedens zu erneuern und eine Welt voller Konflikte, Ungerechtigkeit und Schmerz zu heilen“ (Vollversammlung Busan 2013)

Die OFFENE KIRCHE nimmt an diesem Prozess aktiv teil, z.B. demnächst am 1. März mit der Verleihung des AMOS-Preises 2015 für Zivilcourage in Kirchen, Religionen und Gesellschaft an den Publizisten und Pädagogen Jürgen Grässlin aus Freiburg für sein Engagement gegen die Rüstungsproduktion und den Export von Waffen.

 

Eberhard Braun

 

 

Bericht über die OK-Veranstaltung "Pflege hat Zukunft" am 28. November 2014

 

Wichtigster Dienst am Menschen

„Pflege hat Zukunft!“ – unter diesem optimistischen Titel hatte die Vereinigung „Offene Kirche“ zu einem Abend in der Akademie Bad Boll eingeladen. Hauptrednerin war MdB Heike Baehrens (SPD).
Zunächst gab es vier Statements aus der Praxis in der Region: vom ambulanten Pflegedienst (Sabine Dorner-Hirsmüller, Diakoniestation Bad Boll), von der stationären Heimpflege (Christine Schlenker, Wilhemshilfe Ursenwang), von der Pflege in der Klinik am Eichert (Stefan Riecke) und von der Pflege als Angehörige (Marie-Luise Buchholz, Dürnau). Viel Positives kam zur Sprache: Pflegerinnen seien „Heldinnen des Alltags“ beim „wichtigsten Dienst des Menschen am Menschen“, es wird mit sehr viel Engagement geschafft, beruflich und ehrenamtlich.
Aber für die Pflege der Zukunft kamen auch viele Wünsche und Forderungen zur Sprache, hervorgegangen aus der immer stärkeren Belastung angesichts des demographischen Wandels mit immer mehr pflegebedürftigen Menschen. Immer wieder war von den schlechten Rahmenbedingungen die Rede: viel zu viel Bürokratie, zu häufige (unangesagte) Kontrollen, Abbau von Stellen (v.a. Klinik), Zwang zu Einsparungen an allen Ecken („Ökonomisierungswahn“), zu geringer Anteil von Fachkräften, Zwei-Klassen-System auch in den Heimen.
„Gute Pflege kann nicht billig sein“, so der ständige Tenor, und die Personalkosten belaufen sich in dem Bereich auf 85–90 %. Heike Baehrens verwies auf das kürzlich beschlossene Pflegestärkungsgesetz, das zum 1.1.15 in Kraft tritt und etliche Erleichterungen bringt. Aber im politischen Gerangel haben Ärzte und Kassen, die mehr an Machtstrukturen orientiert sind, das Sagen gegenüber dem Pflegebereich, in dem es um Beziehungsstrukturen geht.
Ein neuer Begriff der „Pflegebedürftigkeit“ muss und wird kommen, eine neue Einteilung in „Pflegegrade“ (statt der drei Stufen) bringt einen grundlegenden Wandel. Baehrens bedauerte, dass man die Pflegeversicherung nicht gleich um 1% (statt nur um 0,5%) erhöht hat; das hätte viel mehr Spielraum gebracht. Der ganze Pflegebereich muss grundlegend entschlackt, vereinfacht und einheitlicher werden.
Die neuen Hospize stehen zum Glück in einem guten Ruf; dasselbe wünscht man sich auch für die ambulanten und stationären Dienste, sie gehören mit mehr Anerkennung in die „Mitte der Gesellschaft“. Unstrittig auch: Würdevolle Pflege kann nie vollständig von Profis geleistet werden! Die vielen Angehörigen und Ehrenamtlichen gehören unterstützt, besser angeleitet und genügend entlastet. Sinnvoll wäre ein Pflichtjahr für Schulabgänger, in den Kommunen und Kirchengemeinden ist die Mitarbeit der Älteren (3.Lebensphase) für die Alten (4.Phase) gefragt, die es auch schon vielfach gibt. Mit den zahlreichen Gästen gab es eine lebhafte, sachkundige Aussprache.

 

 

Bericht zur Herbsttagung 2014 der Landessynode ist online

Hellger Koepff, Dekan in Biberach, hat einen ausführlichen Bericht zur Herbsttagung 2014 der Landessynode verfasst. Sie finden ihn unter "Berichte" und unter "Landessynode / Aus der 15. Landessynode".

 

 

 

"Pflege hat Zukunft!" - OK-Veranstaltung mit MdB Heike Baehrens (SPD) am 28.11.2014

Die Göppinger Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens (SPD) kommt am Freitag, 28.11.2014, 19.30 Uhr zu einer Informations-Veranstaltung in die Evangelische Akademie Bad Boll. Unter dem Titel „Pflege hat Zukunft!“ werden erst einige Personen aus hiesigen Pflegeeinrichtungen sprechen, dann Frau Baehrens; schließlich gibt es eine allgemeine Aussprache. Die Moderation hat Pfr.i.R. Walter Scheck. Veranstaltet wird der Abend auf Initiative der Evangelischen Vereinigung Offene Kirche, die in ihrer „Vision Kirche 2020“ u.a. schreibt: Kirche 2020 nimmt den diakonischen Auftrag wahr, „indem sie für schwache und in Not geratene Menschen Partei ergreift, ihnen Hilfe bietet, in Staat und Gesellschaft für ihre Rechte eintritt und in der öffentlichen Diskussion zu politischen Fragen Stellung bezieht.“ Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

 

 

 

Gottfried Lutz – kritischer Zeitgenosse und solidarischer Begleiter - Ein Nachruf

Gottfried Lutz bei der Investitur von Pfarrerin Katharina Rilling Anfang September 2013

Eine große Trauergemeinde nahm am 20. Oktober in der Stiftskirche Faurndau Abschied von Gottfried Lutz. Der Pfarrer und Psychotherapeut war eine Woche zuvor im Alter von 70 Jahren in Göppingen  gestorben – in der Klinik, in der er vor Jahren als Klinikseelsorger tätig war. Seine beruflichen Stationen nach dem Theologiestudium waren Lektor beim Quell-Verlag, Gemeindepfarrer in Stuttgart-Rohracker, Klinikseelsorger in Göppingen und Psychotherapeut beim psychologischen Beratungsdienst der württembergischen Landeskirche. Pfarrer Hans-Martin Breuning, der den Gottesdienst hielt, beschrieb Gottfried Lutz als einen Freund und Weggenossen mit einem wachen, kritischen Verstand, einem kreativen Geist und einem tiefen Vertrauen auf  die Kraft der Liebe Gottes, „die die Welt durchströmt“.  Erfahrungen des Loslassenmüssens hätten seinen Lebensweg immer wieder in besonders einschneidender Weise geprägt. Mit einer fast unglaublichen Energie sei er gegen die Beeinträchtigungen angegangen, die ihm seine zunehmende Schwerhörigkeit und seine fortschreitende Parkinsonkrankheit zumuteten. „Dem Loslassenmüssen stand die  Hoffnung auf ein letztes Gehaltensein gegenüber. Daraus schöpfte er Kraft  für sein enormes Engagement zugunsten der gleichberechtigten Würde behinderter Menschen und für neue Horizonte im kirchlichen Leben“ sagte Breuning. Er habe mit seinen Impulsen die Kirche und die Gesellschaft im besten Sinne immer wieder provoziert, also herausgerufen aus alten Denkweisen und zu Veränderungen gedrängt.

Von ihren Anfängen an war Gottfried Lutz engagiertes Mitglied der OFFENEN KIRCHE. Er hat im Leitungskreis des Bezirks Göppingen/Geislingen mitgearbeitet und seine Anstöße auch auf der Landesebene eingebracht. In vielen Zeitungsartikeln und Leserbriefen setzte er sich dafür ein, dass wir in der Kirche nach wie vor öffentlich für Gerechtigkeit in Gesellschaft und Politik Stellung nehmen und den Bezug zur Lebenswirklichkeit der Menschen nicht verlieren bzw. neu suchen sollen. Dass hier auch Unbequemes und Widerständiges zu sagen ist – das war ihm klar und davor hat er sich nie gescheut.  Es war ihm wichtig, dass die befreiende Botschaft des Evangeliums auch die Menschen erreicht, die mit  manch traditionellen Glaubensformeln nichts mehr anfangen können. So fand er Ausdrucksformen für den Glauben, die vielen Suchenden neue Zugänge eröffneten. Dabei zehrte er von seiner Ausbildung zum Psychotherapeuten am C.G.Jung-Institut für tiefenpsychologische Forschung in Zürich. In seiner Heimatgemeinde Faurndau, wo er jahrelang den Gemeindebrief gestaltete, initiierte er regelmäßig im Advent und vor Pfingsten besondere Gottesdienste, in denen Betrachtung eines Kunstwerks, qualitätvolle Musik und seine eigenen literarischen Texte die gestaltenden Elemente waren.

Gegen die  öfter mal anzutreffende Phrasenhaftigkeit kirchlicher Rede setzte er auf klare, nüchterne, anschaulich-verständliche Worte. Das war seine große Begabung: ein schnörkelloser, präziser Schreib- und Redestil, der das Wesentliche auf den Punkt brachte. Seine zahlreichen Publikationen zeugen davon. Die Themen reichen von Märchendeutung in tiefenpsychologischer Sicht über Gebete für Kranke bis zu Plädoyers für ein selbstbewußtes und gleichberechtigtes Leben von behinderten Menschen. Sein im Vorjahr erschienenes Buch „normal behindert“ erreichte kurz nach Erscheinen schon die zweite Auflage. Auch die OFFENE KIRCHE hat über Jahre hinweg in ihren Publikationen von seinen pointierten Beiträgen profitiert. Wir haben einen brüderlichen Freund verloren, der scharfen Verstand, Witz und Originalität mit Glaubenstiefe, Solidarität und einem ausgeprägten Einfühlungsvermögen verbunden hat. Wir sind Gott dankbar, dass wir ihn gehabt haben. Und wir wünschen seiner Frau Magdalene, die seine Freuden und seine Lasten mit ihm geteilt hat und ihm eine unverzichtbare Stütze war, Gottes Beistand für den Weg der Trauer und des Neubeginns.

Walter Scheck, 21. Oktober 2014

 

 

 

Landessynodale empört über Stellenabbau

Geislingen/Göppingen, 12. Mai 2014

 

Die Landessynodalen der Offenen Kirche, Anita Gröh und Werner Stepanek sind empört über den angekündigten weiteren Abbau von Arbeitsplätzen in der WMF Geislingen und bei der Firma Schuler Göppingen. Dies heißt konkret, dass weitere 250 Menschen in Geislingen und 125 Menschen in Göppingen ihren Arbeitsplatz verlieren. Dieses Handeln widerspricht der Entschließung der Württembergischen Evangelischen Landessynode “Die Wirtschaft soll dem Leben dienen“. Dort wird angeklagt: „Das heutige globale Wirtschaftssystem folgt überwiegend dem Leitbild des homo oeconomicus, der in seinem wirtschaftlichen Handeln den eigenen Vorteil verfolgt. … Wir beobachten, dass das herrschende Modell von Weltwirtschaft und Welthandel die sozialen Gegensätze verschärft… „

 

Mit Nachdruck fordern Stepanek und Gröh, dass sich die Vorstände der WMF und der Firma Schuler bei ihren Finanz- und Strukturentscheidungen an den Kriterien der Nachhaltigkeit und sozialen Verantwortbarkeit orientieren.
Mit der Forderung „Reichtum braucht ein Maß, Armut eine Grenze“, rufen die beiden Synodalen zum gerechten und sozialen Handeln auf in der gesamten Welt, und ganz gewiss auch in Geislingen und Göppingen.

 

Anita Gröh
Werner Stepanek
Landessynodale der Offenen Kirche der Württembergischen Evangelischen Landeskirche

Stärkung des Friedenspfarramts gefordert

Landessynodale Anita Gröh und Werner Stepanek

Pressemitteilung

12. März 2014

Anita Gröh, Landessynodale, Geislingen

Werner Stepanek, Landessynodaler, Göppingen

 

Stärkung des Friedenspfarramts gefordert

Die Synodalen der Offenen Kirche aus Göppingen/Geislingen, Anita Gröh und Werner Stepanek, fordern eine Stärkung des Friedenspfarramts in der Württembergischen Landeskirche ein. Mit einem Antrag bei der kürzlich tagenden Landessynode wollen sie erreichen, dass die bisherige Stelle für Friedensarbeit aufgestockt wird. Angesichts der dramatischen Situation im syrischen Bürgerkrieg, der Krisensituation in der Ukraine und den kriegerischen Spannungen in mehreren afrikanischen Staaten muss sich auch die Evangelische Landeskirche in Württemberg nach Ansicht der beiden Synodalen stärker in eine Diskussion um einen gerechten Frieden einbringen. Nach christlicher Überzeugung müssen Menschen dazu bewegt werden, Frieden zu stiften. Daraus erwachsen friedensethische Fragen, die es auch in Württemberg zu erörtern gilt. Anita Gröh und Werner Stepanek sind sich bewusst, dass sich kirchliches Handeln nur mittelbar auf politische Entscheidungen auswirkt. Gerade deshalb soll mit einer Stärkung der evangelischen Friedensarbeit eine menschenfreundliche und lebensdienliche Politik unterstützt werden. Zudem ist die Württembergische Landeskirche mit ihren Missionswerken und Diensten im Ausland sowie dem Gustav-Adolf-Werk weltweit tätig. Dies verlangt, so Anita Gröh und Werner Stepanek, eine verstärkte christliche Orientierungskraft.

Landessynodale brechen Lanze für Bildungsplan der Landesregierung

Anita Gröh und Werner Stepanek

Anita Gröh   
Werner Stepanek

11. Janur 2014

Pressemitteilung der beiden Landessynodalen (OFFENE KIRCHE) aus Göppingen/Geislingen zum Bildungsplan der Landesregierung von Baden Württemberg

 

Die beiden Landessynodalen (OFFENE KIRCHE) aus Göppingen/Geislingen, Anita Gröh und Werner Stepanek begrüßen den Vorstoß der Baden-Württembergischen Landesregierung, im Bildungsplan 2015 die „Akzeptanz sexueller Vielfallt“ als Ziel festzuschreiben. Dadurch soll den Schülerinnen und Schülern der vorurteilsfreie Umgang mit eigenen und anderen sexuellen Identitäten ermöglicht werden.

Als Kirche müssen wir dieses Bildungsziel unterstützen, so die beiden Synodalen, weil dadurch eine Erziehung zur Toleranz und zur Fähigkeit angestrebt wird, dass sich junge Menschen in einer plural gestalteten Gesellschaft besser verorten und eine eigene Wertehaltung entwickeln können“.

Bereits in der familienpolitischen Orientierungshilfe der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) wurde auf diese Notwendigkeit hingewiesen. Als gesellschaftspolitisches Ziel stehe deshalb eine Praxis der gegenseitigen Toleranz und der persönlichen Wertschätzung von Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen.


Die beiden Synodalen wollen darauf hinwirken, dass sich die Württembergische Evangelische Landeskirche stärker in diesen Prozess einbringt und eindeutiger gegen diffamierende, menschenverachtende und ausgrenzende Parolen vorgeht.

Im Hinblick auf die Stellungnahme des Evangelischen Oberkirchenrats zum Entwurf des Bildungsplans 2015 haben Anita Gröh und Werner Stepanek die Sorge, dass diese Stellungnahme unterschwellig missbraucht wird, um die Kirche für Ressentiments und Ängste, wie sie in einer Internet-Petition erzeugt werden, zu funktionalisieren. Die beiden Synodalen sind überzeugt davon, dass die Kraft des Evangeliums sich auch im schwierigen Themenfeld von Fragen zu unterschiedlichen Familienformen als befreiend und beschützend erweisen wird.